...vom Privileg, ein Schwein sein zu dürfen...

   

 

Gestatten, von Porcus, Eberhard von Porcus, Sie haben die Ehre...Blaues Blut in Keulen und Kotelett, ein Gentlepig vom Rüssel bis zum Ringelschwanz. Von staatstragendem Denken beseelt und von mitdenkendem Verantwortungsbewusstsein geleitet, führen Eberhard von Porcus und seine holde Angetraute Rosa von Porcus, geborene Freisau von Saunheim, ein typisch (deutsches) Schweineleben mit selbstfinanziertem Eigenstall und Latifundien auf dem Lande deutscher Provinz sowie eines kleinen, aber repräsentativen Establo auf Mallorca.

Ihre gemeinsamen, wohlgeratenen Ferkel gehen einer rosigen Zukunft entgegen, sind sie von Ihren Eltern zu aufrechten und zivil couragierten Schweinen erzogen worden, die in den Schlammkuhlen dieser Welt sicher ihre Karrieren machen werden. Schon von Ferkelhufen an hatte der kleine Eberhard sich dem Schreiben verschrieben. Er hatte und hat das Bedürfnis, Missstände, Skandale und Skandälchen, oder einfach nur politische und gesellschaftliche Wahrheiten sowie scheinbar unabdingbare Gegebenheiten und die kleinen Lässlichkeiten des Alltags mit spitzer Feder zu kommentieren.

Motto: „Vom Schicksal für den Kampf gewappnet ward´ ein jeder, ein Schwein mit dem Schwert, das and´re mit der Feder“ ...oder einfach: Wer schreibt, schweigt nicht ! Bei Eberhard von Porcus kommt niemand ungeschoren davon, der das nicht verdienen würde. Er kennt weder Angst vor Thronen oder Tröten, vor Höfen oder Schlachthöfen, noch zollt er Respekt vor Ämtern mit oder ohne Würde. Er liebt und lebt das persönliche Vorbild und nimmt kein Blatt vor den Rüssel. Dabei ist er sich seiner schweinischen Fehlbarkeit durchaus bewusst und weiß sie ebenfalls charmant und gewinnbringend im semantischen Schwadronieren einzusetzen.

Darf´s ein bisschen mehr vom Eberhard sein?.... wäre wohl keine schlechte Frage in einem Land und in einer Welt, in der sich Mensch und Schwein von sehr unterschiedlichen Seiten dies - und jenseits der Fleischtheke begegnen. Heimliche Kredite, unter-den-Tisch-gekehrte Skandale, Typen und Machenschaften, Kommerz und korrupt, mies und Medien, Propheten oder Scharlatane...aber nicht mit ihm! Sie bekommen aus seiner Feder alle ihr Fett weg. Eberhard ist das Gewissen vom ganz normalen Schwein im Stall für den ganz normalen Menschen auf der Strasse...und das ist auch gut so!

Irgendwie anders...

Hochverehrte Leserin, hochverehrter Leser,

das Datum rechts oben verrät es:   -  Ach Gott, werden Sie sagen, jetzt schnitzt sich der Eber Eberhard wieder eine Weihnachtsgeschichte aus seiner Schwarte… Weit gefehlt, dieses Jahr wird irgendwie anders. Vielleicht sagt dieser Buchtitel ja Ihnen irgendetwas; wenn nicht, sind Sie zwar nicht irgendwie anders, aber dennoch empfehle ich Ihnen dieses entzückende Kinderbuch von Kathryn Cave und Chris Riddell. Es handelt von einem kautzigen Menschen, der anders aussieht als die anderen, keine Freunde hat, alleine in einem schönen Haus auf einem Berg wohnt und irgendwann einmal einsieht, dass es sinnlos ist ,sich zu bemühen, wie die anderen zu sein, nur um akzeptiert zu werden und Freunde zu finden. Mir geht es mit zunehmendem Alter auch so, ich pflege unkonventionelles Anderssein und erlebe täglich, wie viele meiner Mitschweine und Mitmenschen offenbar viel zu viel Zeit damit verbringen (müssen), um sich an irgendetwas - eine Rolle, die zu spielen ist, eine Funktion am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, in der Öffentlichkeit und sogar unter Freunden und in der Familie - anzupassen. Knackt man diese Schale wie eine Walnuss unter den hölzernen Kiefern eines erzgebirgischen Nussknackers, so stellt man manchmal ganz erstaunlich die Vielfältigkeit, die Kreativität und auch den Witz und den Charme  - kurz : die Individualität - der Anderen fest, auch wenn sie ihre Rollen mit Fleiß aufrechterhalten wollen und müssen. Dieses Weihnachten wird auch für Viele irgendwie anders sein. Weihnachtsbäume, Bescherung und Muttis Kochorgie stehen zur Disposition, wenn zum Beispiel die Ferkel aus dem Haus sind und eigener Wege gehen oder wenn man durch vielfältige Gründe allein ist und sich fragt, ob es die penetranten Schmidt-Güldners von nebenan nicht doch besser machen, wenn sie ihre wohlgenährten Keulen unter peinlichen Camp-David-Klamotten verstecken und einen Großteil der ihnen zustehenden Tarifurlaubstage all inclusive in herrlich abgeschotteten Pauschaltouristenburgen der Zweiten und Dritten Welt über Weihnachten verbringen. Seesterne statt Zimtsterne, Lametta an der Brust eines korrupten, putschenden Staatschefs bewundern statt am Christbaum in der Eifel, in Castrop-Rauxel oder im sächsischen Limbach-Oberfrohna. Nein, nein, Kneifen gilt nicht! Weihnachten sich zu verdünnisieren (auch wenn das Frau Schmidt-Güldner in Bezug auf ihre Kleidergröße sehr gut täte) ist nicht der jahresendzeitliche Königsweg. Doch jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Da sagten schon die, die die Peking-Ente dem bayrischen Schweinsbraten vorziehen. 

Ich werde dieses Jahr – seit Langem! – wieder einmal in eine Kirche gehen. Egal, ob´s stürmt oder schneit, meinen wohligen Stall mit der Ferkelwärmelampe dafür verlassen und eintauchen in die Masse der “Schlechtgewissler“, die zumindest am Heiligen Abend vom Zweifel geplagt mangels aktuellem lutheranischem Ablasshandels dann doch den Weg in die schön geschmückten Gotteshäuser finden wollen. Ich stelle fest, dass es doch einen Zauber innehat,  zusammen mit den Menschen, die dann in der Kirche eine untereinander eigenartig vertraute Gemeinschaft bilden, schöne Weihnachtslieder zu singen. Ich stelle mir vor, dass es noch kein Jahrhundert her ist, dass die Menschen sich auf den Heiligen Abend in den Kirchen und Gotteshäusern aus ganz anderen Gründen freuten. Zumindest an diesem Tag konnte man schwere körperliche Arbeit vielleicht schon mittags beenden, wurde man  -und vor allem die Kinder  - vielleicht einmal wieder richtig satt, hoffte auch darauf, dass Väter und Brüder an den Fronten vor Verdun oder Stalingrad einen Burgfrieden mit den anderen armen Schweinen, die man Feind nannte, schlossen und vielleicht Hunger, Sorge, Lebensgefahr Zerstörung und Perspektivlosigkeit für einen Moment bei „Oh Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“ In den Schützengräben oder zerbombten Ruinen vergessen durfte. Keine Angst, geneigte Leserin und verehrter Leser, ich werde nicht sentimental, altväterlich oder gar revanchistisch, selbst wenn dies in den Regierungsställen meines heutigen Europas wieder en vogue zu sein scheint. Aber ein Weihnachten, das bei ALDI mit Lebkuchen und Jahresendzeitschokoladenhohlkörpern schon ab Oktober logistisch aufgebläht wird, brauche ich eigentlich nicht. Mediamarkt, Weihnachtsmarkt und Christbaummarkt beginnen mit den Horden die wie Herden darüber getrieben werden mich zunehmend abzustoßen. Was zählt, sind andere Dinge. So sind Menschen, die sich eigentlich untereinander fremd sind, aber in einer Kirche zusammen singen, in diesem Moment eine starke Gemeinschaft. Eine stärkere Gemeinschaft als der Verband des Einzelhandels, der die Wochen vor dem Weihnachtsfest täglich seine kommerzielle Fieberkurve misst. Vielleicht werden unsere Kinder einmal sagen: „Geschenke hatten sie immer für uns, aber Zeit hätte ich gerne mehr mit ihnen gehabt.“. Das ist wohl das schlimmste Kompliment, was man bekommen kann. Zeit mit den Lieben, Zeit für die Lieben und die Liebe, das ist, was zählt. Und das kann man nicht kaufen, in keinem Konsumtempel der Welt und dort auch nicht finden, um das schlechte Gewissen mit darin Erstandenem vor sich selbst und den damit Beschenkten zu übertünchen. 

Keine Angst erneut, das ist keine selbstgefällige Nabelschau sondern ein Erleben und Erfahren, das ich Ihnen Allen wünsche, so wie es sich mir eröffnet hat, ohne dass ich es mit altersgerechtem Arial 15 auf meine Email an den Weihnachtsmann geschrieben hätte. Dennoch freue ich mich wie ein junges Ferkel, wenn ich unter der Reizüberflutung des vorweihnachtlichen Geschenkestresses doch etwas finde, das das Herz der mir wichtigen Menschen erfreut. Ich trage es dann heimlich heim in den Stall, verstecke es dort gut vor dem kundigen Zugriff suchender Frauen (Sauen)-Hände und packe es liebevoll ein. Oft verspricht man sich, dieser Spirale des Kommerzes zumindest partnerschaftlich zu entsagen aber das ist schwer und fast immer erfolglos. Die Geschenke für die Ferkel passen eh´ entweder in Briefumschläge und dürfen dort auch vor Fülle knistern oder man bestellt sie mit  IBAN und PIG oder am besten im DHL-Direktversand bei Pigbay. Doch, ich wünsche mir auch etwas. Ich wünsche mir besser Zuhören zu können, ruhiger auch im Alltagswahnsinn und im Stress zu reagieren, denn Vieles ist davon so hausgemacht wie die wunderbare Erdbeermarmelade meiner Mutter. Ich wünsche mir noch besser zu werden als Partner, Freund, Vertrauter, Kummerkasten-Onkel, Bruder, Nachbar, Chef oder Untergebener. Ich wünsche mir, dass ich dem Alltag nicht nur physisch die Stirn bieten kann, sondern ihn auch durch Entspannen und Bescheidenheit seine Schrecken zu nehmen. Ich spüre, dass das mir gut tut so wie der warme Abendwind, der mir im Sommer am Meer die von silbernen Strähnen durchzogenen Haare zerzaust…. Und ich freue mich auch in diesem Jahr auf die Wärme, das Licht, die Liebe und die Gemeinschaft, die ich am Allerliebsten mit der Frau(Sau) meiner Träume erleben möchte. Und das noch viele, viele Male, bis auch ich und wir eine schöne Erinnerung für unsere Ferkel, Enkel-Ferkel und Ur-Enkel-Ferkel sein werden.

Frohe Weihnachten, Euer Eberhard

Weihnachtstrubel und die Stille

Verehrte Leserin, verehrter Leser, 

Was haben Papst Franziskus und ein schreibender Borstenprotagonist namens Eberhard von Porcus gemeinsam? Wir stehen beide dem alljährlichen Weihnachtstrubel und seinen immer kommerzielleren Auswüchsen, die sich längst nicht mehr wie in Bethlehem „krippal“ hinter der Geburt von Jesus verstecken, kritisch gegenüber. Damals vor mehr als 2000 Jahren hatten die Hirten um das Jesuskind in der Krippe andere Sorgen als Glühweinstände, gebrannte Mandeln und Platzmieten auf zentralen Innenstadtplätzen zu organisieren und das schon gar nicht mit Beginn der offiziellen Mutterschutzzeit von Maria 4 - 6 Arbeitswochen vor berechneter Niederkunft. Okay, vielleicht kein guter Vergleich, schließlich landete man damals recht schnell am Kreuz wenn man sich nicht an die Spielregeln hielt, während den umsatzwilligen Anbietern in mittelalterlichen Kostümen oder mit Schürzen und Nikolausmütze zu kalten Fingern heutzutage nur noch das städtische Ordnungsamt und deren meist übergewichtige „Exekutoren“ vorschriftenschwanger das Leben schwer zu machen im Stande sind.

Jeder Weihnachtsmarkt in dieser Republik beruft sich quasi auf jahrhundertelange Tradition und auch um den Begriff des „Weihnachtslandes“ streitet man sich eifersüchtig mittlerweile von der platten Küste bis in die Hochalpen. Dennoch habe ich zunehmend das Gefühl, dass sich die Weihnachtsmärkte immer mehr gleichen, in jedem kleinen Flecken bis hin zu den Großstädten gibt es gleich mehrere davon und ihre Angebote und Preise gleichen seltsam den identischen Dönerspießen, die ebenfalls landauf und landab von denselben Anbietern zu stammen scheinen. Naja, es geht eben – wie immer  - um Geld und Umsätze, um Märkte für Weihnachtsmärkte und um jahresendzeitlichen, saisonalen Konsum einer Gesellschaft, die zunehmend im Taumel von Ostermärkten, Frühlingsfesten, Sommergaudis, Herbstmärkten, Oktoberfest Wies´n eben bis hin zu Weihnachtsmärkten sich durchfuttert, bis der unvermeidliche Konsumterror der Last-Minute-Geschenke und – Urlaubsbuchungen die Masse der Werktätigen an den Rand des Infarkts führt, so wie die Zufahrtsstrassen zu den glänzenderen Einkaufszentren des urbanen Umfelds trotz seltsamer, republikweiter Austauschbarkeit anziehen wie das Licht die (konsumwütigen) Motten.

Genau da setzt auch der Heilige Vater an. Er kritisiert zu Recht, dass die Weihnachtsgeschichte und die wunderbare Tradition, sich in der Stillen Jahreszeit, wo Kälte, Nässe und Schneegestöber zumeist die Lust auf die Ferkelwärmelampe im Stroh des Stalles weckt, einlädt, einmal innezuhalten und sich der Dinge zu besinnen, die wirklich wichtig sind. Dazu gehört meiner unmaßgeblichen Eberhardebermeinung nach, zusammen mit den Lieben, die man vielleicht das ganze Jahr über als gegeben und weniger als besonders erlebt, sich an kleinen Dingen erfreuen, sich ins Bequeme und Kuschelige zurückziehen und sich – guter Tipp ! - auch selbst etwas zurückzunehmen und weniger wichtig zu nehmen. So wie sich Josef und Maria zurücknahmen um der Welt etwas wirklich Wichtiges zu schenken, nämlich durch ihren unter so ärmlichen Bedingungen geborenen Sohn Hoffnung und Glaube an eine bessere Welt als an die des damals von den Römern mit strenger und brutaler Hand besetzten Palästinas, wo es – vielleicht dereinst erst in ferner Zukunft – ein Leben geben wird, bei dem alle Menschen gleich sein werden, nicht nur vor dem Gesetz der Menschen, sondern vor allem in ihrer Würde und vor Gott. Dafür muss man kämpfen, aber nicht mit dem Schwert sondern mit dem Wort und vor allem mit gutem Beispiel voran.

Vielleicht ist es ja auch einmal uns tierischen Mitbewerbern vergönnt, diese Gnade zu erfahren, vom Nutztier mit Gebrauchswert bis zur Schlachtbank hin zu einem artgerechten Leben mit Würde. Schön wär´s und nicht nur alle Jahre wieder...Ihr / Euer EvP

Vorboten, Boote und Boatpeople, Europa und der Rest der Welt

Hochverehrter Leser, geneigte Leserin,

Haben Sie sich eigentlich einmal in Ruhe auf dem Globus angeschaut, wie groß zB der Pazifik gegenüber unserem so mühsam vereinten und unter den Euro gezwängten  „Ländle“ Europa scheint, und auch der so genannte schwarze und so elende Kontinent Afrika verfügt über einzelne Staaten, die es allein durchaus mit der Größe unseres Mutterkontinentes, der zudem über Jahrmillionen einfach nur der Boden eines Meeres war, aufnehmen können. Doch wie immer ist „Größe“ auch eine Frage der Selbstperzeption und da waren wir Europäer ja schon immer groß.

Aufnehmen ist das Stichwort:- Wie ein Schiff steuert also der räumlich eher kleine Kontinent Europa durch das schwankende Meer seines Schicksals und immer mehr Menschen aus dem Rest der Welt versuchen verzweifelt sich auf dieses Schiff zu retten. Doch nicht nur armselige Schiffbrüchige aus Krisenländern und kollabierten Staatsformen versuchen sich auf den vermeintlich sicheren Dampfer zu retten. Dazu kommen die mit milliardenschweren Schwarzgeldkoffern,  Oligarchen aus Russland oder China oder Griechenland, die zwar auch nicht gern gesehen, aber dennoch ganz gut gelitten sind, weil sie die Appartementpreise und die Gewinne in London oder Paris so herrlich in die Höhe treiben. Die Meisten kommen aber doch in schrottreifen Seelenverkäufern über die Engen des Mittelmeers, um dabei nicht selten neben vielen Tausend Dollars an Schlepperbanden dann auch noch ihr Leben dabei zu verlieren. Wie immer in der Menschheitsgeschichte für viele eine Katastrophe, aber für wenige, gut vernetzte ein lukratives Geschäft und diese sorgen schon dafür, dass es auch so weiterlaufen wird.

Zwar gibt es heute – offiziell – keinen Sklavenhandel mehr, aber diese Geschäfte erinnern mich sehr an unglaublich grausame Zeiten, die über Jahrhunderte Menschen zur Ware und zum „Vieh“ stempelten, denen keinerlei Würde zugestanden wurde und schon gar keine Rechte. Meiner Spezies ist das ja nicht fremd, aber was der Mensch seinesgleichen so antut, ist wohl einzigartig in der Fauna dieses Planeten. Naja, früher oder später wird Mutter Erde auch diese Spezies als ein Auslaufmodell bewerten und entsprechend behandeln, eine Erfahrung, die auch die Dinosaurier bereits machten, auch wenn sie noch nicht über i-phone,  Burger King und die „Lindenstraße“ verfügten….

Was also tun in der Situation, wenn immer mehr Menschen aus aller Welt hier am vermeintlichen Wohlstand übersättigter Europäer teilhaben wollen? Die Festung Europa verminen und mit neuen Grenzen und Zäunen versuchen, die Würdigen von den Unwürdigen, die Nutzbringenden von den Nutzlosen und angeblichen Schmarotzern zu trennen?  Das wird so nicht funktionieren, das beweist der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko genauso wie der nun zwischen dem EU- Balkan und Nicht- EU- Balkan geplante „Schutzwall“ beweisen wird. Schön ist das nicht, schon gar nicht menschenwürdig und überhaupt eine Schräglage, deren Ursachen zu durchblicken nicht so einfach ist, wie manche mit dem Bedürfnis zu polarisieren gerne hätten. Tatsache ist, dass die sogenannten reichen Länder Europas, die meiner unbedeutenden Ebermeinung nach auch keinesfalls so homogen unter diesem Begriff zusammen zu fassen sind,  nicht die Probleme der kompletten Rest-Welt durch Aufnahme aller Flüchtlinge zu lösen im Stande sind. Dennoch geht es jedem Schoßhündchen einer europäischen Rentnerin besser als Abertausenden von hungernden Kindern in der sogenannten III Welt. Dies ist eine Schieflage, die sich durch die „Eingriffe“ eben der reichen und mächtigen Länder dieser Welt zB beim Arabischen Frühling vieler Nationen, gut gewürzt mit dem einen oder anderen US-Bombardement,  noch zusätzlich verschärft hat. Nur, dass gerade die USA und ihre Koalitionen der „Willigen“ es beim Zerstören belassen haben und die notwenigen Folgemaßnahmen  gerne anderen überlassen. Dennoch ist es wohl ein Gebot der Menschlichkeit (übrigens auch unter uns Schweinen durchaus verbreitet, wobei für uns das Wort eher als Tautologie verstanden wird…) nicht einfach Tausende Menschen verrecken oder in Flüchtlingscamps verrotten zu lassen. 

Ich kann mich sehr gut an die Schlaghosen-Siebziger erinnern, als es bereits Science Fiction Romane gab, die von einer zukünftigen, waffenstarrenden Festung Europa handelten, die sich gegenüber allen anderen mit Gewalt und mörderischen Grenzanlagen zu Lande, Luft und Wasser abschottete. Das hat mich schon als Kind erschreckt, wuchs ich doch im Schatten einer ebenfalls  mörderischen Grenzanlage zwischen damals Ost und Westdeutschland auf, die sich heute vom Todestreifen zum Glück in Biosphärenreservate und Wildschutzzonen entwickelt hat, was ein ungeheures Geschenk und Glück für uns alle ist. Ich denke dabei oft an meine Eltern, die als Teenager nach dem Zweiten Weltkrieg ein zerstörtes  und vor allem geächtetes Deutschland wieder aufbauen mussten. Ich glaube nicht, dass sie auf die Idee gekommen wären, in einer Nussschale nach Skandinavien zu fahren um dort Asyl in einem anders riechenden Stall zu beantragen, sondern es galt eben das eigene Land wieder aufzubauen, auch wenn dabei viele Jugend, Lebensfreude und auch Gesundheit opferten bevor die Zeit des Wirtschaftswunders üppige Blondinen in Kräuselkreppstrumpfhosen und ebensolch rosige Ferkel sowie Häuslebauer-Kanzler mit Zigarren und dem Millionsten VW- Käfer hervorbrachte. Aber der Unterschied war eben, dass es damals keine weltweiten, medialen Bilder gab, die selbst in entfernteste Landstriche Asiens, schmutzige Slums, Jurten und Hütten die glänzenden Fernsehbilder einer für diese Menschen schier unvorstellbaren Wohlstandswelt projizieren , sodass es offenbar trotz Armut und Krieg noch vielen, sehr vielen möglich ist, die nicht unerhebliche, nötige Anzahl von Dollars für die skrupellosen Schlepperbanden zusammenzubringen und darüber hinaus das Leben zu riskieren.


Da ist es eben auch vielen europäischen Regierungen nicht zu verdenken, dass sie diese eigentlich humanitären Verpflichtungen angesichts eigener Binnenprobleme und ggf im Wahlkampf stehend auf lediglich Faktoren wie „zusätzliche Belastungen“ und notwenige Summen Steuergeld und Haushaltsmittel  reduzieren. Nur: -  wie das dem zunehmend kritischen Bürger Europas verkaufen? Gutmenschentum? Christliche Werte?.... oder eben „besser für Camps in Afrika zahlen als die Afrikaner hier an den Bahnhöfen herumlungern sehen zu müssen………“. Schwieriger Spagat.! Multikulti mag ja gut sein, ist aber meiner Meinung nach nicht Selbstzweck. Deshalb sollte man uns auch nicht für dumm verkaufen wollen. Zwar braucht das vergreisende Europa einen ständigen Zustrom von jungen und qualifizierten oder zumindest qualifizierbaren Arbeitskräften, auch um unseren Wohlstand überhaupt erst in die Zukunft retten zu können, aber das geht eben nicht ohne Konzepte, die einen ganzheitlichen Ansatz erfordern, der auch innereuropäisch solidarisch und gerecht abgestimmt werden muss. Das wird allerdings so schnell kaum geschehen, denn wenn es teuer oder problematisch wird, dann ist Binneneuropa eben NICHT solidarisch, sondern ein jeder versucht seine Wähler ruhig zu stimmen und sie vor unliebsamen Wahrheiten aus purem Eigennutz zu schützen. Dabei gibt es viele Karten zu spielen, ein bisheriges Ass im Ärmel war gerne das böse Deutschland, auf dessen Schuldsyndrom nach 1945 man sich gerne beruft wenn man ungerecht verteilte Lasten begründbar machen will.

Doch dieses Schwert wird auch langsam stumpf. Längst sind national-populistische Kräfte und Parteien in ganz Europa auf dem Vormarsch. Selbst das beschauliche Dänemark eifert der französischen Front Nationale nach. Durch polarisierende Diskussionen über Flüchtlinge wird dieses Klima nicht besser. Aber es fehlen dramatisch Konzepte und Lösungen. Wie soll man zum Beispiel mit 100 jungen Afrikanern in der schwäbischen Provinz oder in der Altmark in schnell hochgezogenen Asylantenheimen und in einer Region, in der es weder Perspektiven für die Alteingesessenen noch für Zuwanderer mit oder ohne Qualifikation und Sprachkenntnisse gibt , umgehen?  Ich habe Sorge, dass sich hier früher oder später die Geschichte wiederholt:- die Schwachen, Bildungsfernen und Unzufriedenen suchen sich noch schwächere Sündenböcke. Das darf nie wieder geschehen.

Ich hoffe, diese Sorge teilen verantwortliche Politikerinnen und Politiker in Europa mit mir ohne stets nur auf die eigene Wiederwahl oder Klientel und Lobbyisten im eigenen Lande zu schielen. Wir brauchen keine dunkelhäutigen Arbeitnehmer zweiter Klasse, rechtlos und ausgebeutet in den Spülküchen europäischer Gastronomie oder auf Spargelfeldern. Wir brauchen ein solides Konzept gesteuerter Zuwanderung mit einer Vernetzung bis in die Herkunftsländer und wir müssen in den Ländern investieren , aus denen Menschen zu uns kommen wollen, damit auch dort Rechtsstaatlichkeit und damit lebenswerte Verhältnisse einkehren, die der Migration und den Schleppern den Boden entziehen. Niemand und kein Schwein auf der Welt verlässt gerne seine Heimat! Das kostet natürlich Geld, viel Geld, aber sicher weniger als die Bankenrettung oder Tranchen für Griechenland, das offenbar unfähig ist eigene Konzepte zur Verbesserung im Lande auf den Weg zu bringen, sondern sich in guter bisheriger Gewohnheit auf die Überbringer von Geldkoffern aus Europa verlassen will….

Schöne neue, aber keineswegs heile Welt! …Ihr EvP

 

Veronika, der Lenz ist da...

 sangen vor fast schon einem Menschenleben die „Comedian Porcunists“ in den damals umtriebigen, Goldenen Zwanzigern in Berlin als Ode an das Lebens-, Lust-, und Liebesgefühl des Frühjahrs, dass nicht nur die Knospen und den Spargel wachsen lässt…..

Geneigter Leser, geneigte Leserin, kennen Sie das auch, dieses Gefühl, dass man gerade jetzt Dinge tun sollte, die man eigentlich nicht geplant hat, die so gar nicht in unsere prallen Terminkalender passen oder die man besser lieber lassen sollte, weil sie vielleicht anrüchig oder gar scheinbar verboten oder gar „unmoralisch“  sind ? Ertappt!- ich sehe quasi Ihre Mundwinkel nach oben zum verschmitzten Grinsen wandern und wenn Sie ein Mensch oder eine Menschin mit Lebenserfahrung und positiver Einstellung gegenüber sich selbst sind, dann haben Sie bestimmt Ihre Augenpartie jetzt um ein weiteres, wunderbares Lachfältchen verschönert …Sie kennen es also auch!

Eben „Frühlingsgefühle,  auch wenn man selbst vielleicht schon über den Spätsommer des Lebenszenits hinaus ist und brav das Herbstlaub partnerschaftlicher Zugehörigkeit vor dem abbezahlten Stall fegt und nur noch ab und zu ein wohliger Schauer der Erinnerung über die Borsten weht, wenn man an die wilden Studentenjahre in Rüsselsheim oder den Abschlussball der Schlagenden Verschweinigung zusammen mit der prachtvoll rosa Weiblichkeit des Tübinger Landsauenbundes denkt…doch dafür ist man wohl nie zu etabliert und nie zu alt. Die Farben erscheinen anders, das Licht wird warm und schmeichelnd und selbst die übergewichtige Single- Sekretärin zwängt sich in schwindelerregend hohe Pumps und denkt ernsthaft darüber nach, den nach sooo vielen Enttäuschungen bereits zweimal schon gekündigten Online-Vertrag mit der  Partnervermittlungsagentur...Kein Schwein allein oder Elite-Eber...dennoch wieder zu erneuern.

Alles neu macht der Mai, doch so lange muss man heutzutage dank fortschreitendem Klimawandel gar nicht mehr warten um unter den Linden zu lustwandeln oder in lauschigen (Sch-)Weinbergen das erste Viertel Rebensaft outdoor zu rüsseln…Herrlich! Jetzt ist es an der Zeit wintergraue oder rentnerbeige Klamotten gegen fröhliche Farben zu tauschen, die angegrauten oder verbliebenen Borsten mit Styling-Gel zu verstärken und endlich auch einmal der stets missmutig schauenden Nachbarin einen panzerbrechenden Draufgängerblick zuzuwerfen, bevor man die Augen wieder unter der Ray-Pig-Sonnenbrille verbirgt, auf die man selbst zu mitternächtlicher Stunde auf dem Nachhauseweg von den Straßencafés der Fußgängerzonen nicht verzichten möchte.

Also, jetzt oder nie….das Jahr hat diese wunderschöne Jahreszeit der Erneuerung  nicht dafür geschaffen, sie in Amtsstuben oder vor der Glotze im Stall zu verbringen. Sollten Sie allein sein, so wäre es jetzt vielleicht an der Zeit es zu ändern. Tauschen Sie doch die Autofahrerhose mit verstellbarem Bund für untersetzte Größen von C&A gegen die Designerjeans  von Emporio Schweinani oder das dunkelblaue Etuikleid mit Aktenstaub an der Gesäßpartie gegen ein fetziges Outfit aus der Boutique an der Ecke, an der Sie sonst so verschämt mit ihren flachen Ballerinas vorbeihuschen während die langmähnige, solariumgebräunte Verkäuferin drinnen ihre Silikonzitzen werbewirksam in ein Tanktop gezwängt hat……

Trauen Sie sich! Man hat nur ein Leben und sollte es genießen, egal ob es – wie bei uns leider zu oft – auf der Schlachtbank endet, oder unter einer behämmerten Granitplatte auf dem Heidefriedhof…Ich zähle auf Sie wenn wir zusammen demnächst beim „Eisdealer“ anstehend werden…Ihr EvP

Für brave Politiker unterm Weihnachtsbaum...ein Kabinett, ein Kabinett!

Hochverehrte Leserschaft, man sagt, jeder bekommt letztendlich, was er oder sie verdient. So ungefähr äußert man sich ja bereits im Alten Testament und das gibt uns Schweinen auch die Hoffnung, dass es vielleicht auch für uns Schweine irgendwann einmal eine besseres Leben geben wird, aber solche traurigen Themen wie Viehtransporte, Massenschlachtungen, Hühner-KZs usw. sollen doch nicht die Beschaulichkeit und Besinnlichkeit sowie die kommerzielle Kaufkraft des bevorstehenden Weihnachtsfestes trüben.Wir, als eigentlich unser Land, bekommen nun pünktlich zu Weihnachten ein neues Kabinett untern Weihnachtsbaum gelegt. GroKo- Kabinett statt Kroko-Handtasche ist mir sowieso lieber, aber wir wollen doch einmal genau schauen, ob man uns nicht nur alte Gülle in neuen Röhren in den Stall gelegt hat. So richtig neu ist ja von den Damen und Herren aus CDU, SPD und CSU ja  niemand, eher von gut gebraucht bis Liebhaber-und Sammler- Oldtimer, schließlich ist praktisch niemand unter Fünfzig dabei, was ja eigentlich auch okay ist, wenn man auf unsere alternde Population schaut. Da ist es ja nur recht (und billig?!) wenn man nicht mehr diese heranwachsenden Eber der Spaß-Partei FDP in Ämtern, Würden und Ställen finden muss.

So ein Pöstchen-Geschachere war ja von Anfang an zu erwarten, geht es doch selten um das Land, aber immer öfter um die eigene Positionierung, Wichtigkeit und dann später Versorgung. Da bemüht man denn gerne einmal eine Mitgliederbefragung mit imperativen Drohgebärden gegenüber Abweichlern um sich selbst zu legitimieren. Cleverer Schachzug von Herrn Gabriel, dessen erzengelhafter Name seinen Karrierewillen nur wenig zu beschönigen vermag. Zusammen mit dem neuen Kanzleramtsminister Altmaier das jeweilige Schwergewicht der beiden Koalitionspartner. Da muss sich Mutter Merkel aber ganz sehr anstrengen, wenn sie den Erzengel mit ihrem Würgegriff der lieblosen Koaltions-Ehepartnerin  auf Zeit von weiteren Ambitionen einer Kanzlerschaft in spätestens 4 Jahren abhalten will. Also, die Sau,….pardon, Frau…. von der Leyen als Verteidigungsministerin einzusetzen, finde ich schweinegeil. Geht es schief -  wie bei den meisten ihrer Vorgänger im Amt -  braucht sie keinen Würgegriff mehr von der Kanzlerin und geht es gut kann sie sich als Prima-inter- Ferkel  im Stall von Mutter Merkel etablieren…clever….( von der Kanzlerin!)…Aber wir wollen ihr nur das Beste wünschen, schließlich hat sie uns Schweine allein schon dadurch beeindruckt, dass sie eine erkleckliche Anzahl von eigenen Ferkeln im Stall geworfen hat und bei der Anzahl durchaus mit einer Prämierung des niedersächsischen Landsauenbundes hätte rechnen können. Beeindruckend!

Jetzt ist sie Mutter der Kompanie, wie manche Medien spötteln,  auch wenn sie – wie der Preußenkönig Eberich der Große sagen würde...nich jedient, wegjetreten!...hat, aber dem Volk dienen und nicht den eigenen Karriereinteressen ist ja eh eine wesensfremde Tugend des PolitikerInnen-Herzens...Überhaupt, verehrte Leser, warum sollen denn – bitteschön! Ministerinnen und Minister von Fachahnung ihres Ressorts beleckt sein? Ist das denn nötig? In der modernen Demokratie braucht es...wie es heißt...Generalisten und keine Fach-Stalliditioten. Wie sollten denn sonst noch mächtige Lobbys ihren Weg in parlamentarische Entscheidungsprozesse finden, wenn der Mann oder die Frau an der Hausspitze fachkompetent auf Augenhöhe erkennen würde welche Geldmengen ihre Entscheidungen für die nächsten Jahre vom Steuerzahler fordern werden. Also so bitte nicht! Spezialisten und Fachleute in politischen Ämtern brauchen ja nur Krisenstaaten und Euro-Hungerleider, damit sie nicht noch mehr von unserem Ersparten verschwenden und teure Rettungsschirme über ihren Ställen brauchen. Wir leisten uns eben eine politische Führung, die nicht Meister ihres Faches, sondern in erster Linie Meister des Machterhalts und der Darstellung sind. Auch gut, Hauptsache man verfügt über ein Heer von fast Vierzig Stallsekretärinnen und Staatssekretären, die man, wenn´s schief geht, feuern oder sich hinter ihnen verstecken kann,  oder  besser noch mit als Ehemann in den wohlbestallten Vorruhestand nehmen kann wie die kindliche Ex-Ministerin Schröder...

Tja, liebe Leserin und lieber Leser, Sie werden vielleicht fragen warum ich das alles schreibe und Sie damit bei der vorweihnachtlichen Geschäftigkeit in prallvollen Fußgängerzonen,  Shopping-Centern und Einstimmung auf gemütliche Stunden im weihnachtlich geschmückten Stall belästige. Ich will keineswegs nur meckern und missfällig grunzen, schließlich haben wir es ja doch geschafft in nur 3 Monaten ein neues Kabinett...größer, schöner, teurer und leistungsfähiger denn je...unter den Weihnachtsbaum gelegt zu bekommen. Das ist doch bereits nach dem ganzen Hick-Hack zuvor ein Erfolg an sich, den wir doch nicht kleinreden sollen oder durch unnötige Fragen nach Kompetenz und Kosten kleinmütig schmälern wollen, oder? Da freuen wir uns doch lieber auf schöne ruhige Festtage im Stall. Das werden die Familie von Frau von der Verteidigung und wir von Porcus vermutlich  gemeinsam haben…mit ganz vielen Ferkeln feiern, auch wenn wir keine Nanny, keine Au-Pair-Ferkel, keine Hausangestellten, keine Gärtner, keinen Musiklehrer und so weiter haben. Ihnen eine schöne Große Koalition wünscht hochachtungsvoll...Ihr EvP

Koalitionen, Konfrontationen und Kollaborationen...

Wissen Sie, verehrte Leserin und verehrter Leser,  eigentlich noch, was Sie bei der Bundestagswahl 2013 gewählt haben? Ich meine nicht, dass es irgendeine Rolle spielen würde, aber es könnte ja sein, dass Sie noch zu denjenigen gehören, die glauben, dass mit  (s)einem Wahlkreuz  in einem Behälter, der eigentlich zur Aufnahme von Asche von Verstorbenen gedacht ist – so jedenfalls heißt er ja zumindest! – in diesem Land etwas zu ändern wäre oder man gar entscheiden könnte, ob man  eben rechts oder links herum in die Zukunft gehen sollte. Dennoch wollen wir alle in unseren gemütlichen Wohnzimmern und Ställen doch nun endlich einmal wissen, wie und mit wem es in den nächsten Jahren für unseren Staat weitergehen wird. 

Als Kind der Mengenlehre haben wir gelernt, alles in einfachen Farben und Formen zu verstehen. Wen interessieren schon Wahlprogramme, wenn es jetzt heißt, dass man entweder ROT-GRÜN-ROT oder SCHWARZ-ROT oder SCHWARZ-GRÜN oder  andere Möglichkeiten  im Farbspektrum plant. Nur die Farbe GELB hat sich nicht mehr durchgesetzt, also ist auch keine „Ampel“ mehr möglich und kein „Jamaica“, aber auch bei der Ampel ist ja das „Gelb“ schon immer das ungeliebte Kind zwischen zweier Partner gewesen und war auch schon immer nur für maximal Sekundenintervalle von wirklicher Bedeutung. Niemand  fühlt sich wohl  bei Gelb noch schnell durchzufahren, zu groß ist das Risiko dafür dann geblitzt zu werden, wenn clevere Stadtkämmerer  dafür sorgen, dass nach dem Grün der freien Fahrt das Gelb nur sehr kurz „gemacht“ ist, um dann den  Autofahrer mit saftigen Bußgeldern und Punkten zu „erziehen“ wenn er gar plötzlich Rot sieht… Ja, ja, wie immer ist es eine Frage des Geldes.

Also: - GELB ist megaout und in der Parteizentrale in Berlin der abgeliebten  „Spaß-Partei“ wird  sicher schon längst die Pöstchenschacherei um wohlversorgte Folgeexistenzen der Prota- und Antagonisten betrieben. Aber wie geht es denn nun weiter? Der mündige Wähler ob im bayrischen Schweinfurt oder in Rüsselsheim und in Eberswalde will doch nun endlich Klarheit darüber, wohin die Reise gehen soll. Jetzt laufen ja erst einmal die Verhandlungen zur Großen Koalition. Dazu mistet jeder seinen Stall aus und bringt höchste Forderungen ein, damit man zumindest mit kleinen Erfolgen hinterher die erboste Basis befriedigen kann. Also ich denke mal, so eine Große Koalition hat eigentlich kaum einer ( von der Basis!) gewollt, wissen wir doch alle längst, dass es nicht um das Wohl des Landes oder seiner Bewohner geht, sondern ausschließlich  darum, wer jetzt was bekommt, wer gehen muss oder bleiben darf und welche Zugeständnisse  und – vor allem ! – welche Posten und Ämter neu verteilt werden müssen. Da ist sie wieder, die Eitelkeit, die die meisten unserer Polit-Promis beseelt, nämlich dass ein Land ohne sie und ihre Ämterausübung  schlichtweg dem Untergang geweiht sei.

Wissen Sie, ich glaube tief im Inneren sind die meisten PolitikerInnen gleich gestrickt. Sie wissen sehr wohl um das Machbare und das Illusorische und liefern sich Scheingefechte um vermeintliche Wählergunst und Wahlversprechen, vielleicht auch Utopien. Sicher gibt es Ausnahmefälle, die zumindest am Anfang noch sehr beseelt von Idealismus in Ämter streben, aber der Machtmaschinerie und deren Verlockung erliegen sie früher oder später alle einmal. Bei uns Schweinen ist das ja nicht anders...da will der bayrische Prachteber seine Vignetten für ausländische Benutzer der staatseigenen Güllepumpen durchsetzen und wieder andere fordern ein Mindestentgelt beim stundenweisen Suhlen in der Schlammgrube oder mehr Fita-Plätze für die Ferkel und, und und. Naja, und die Rente mit 67 ist bei uns Nutztieren ja eh kein Thema. Das Ableben einer zunehmend alternden Gesellschaft  gesetzlich regeln zu wollen ginge ja nur bei uns Schweinen über die Schlachthöfe und EU- Fleischquoten, für die Gesellschaft unseres menschlichen Mitbewerbers überlassen wir die Demographie dann doch lieber dem Homo sapiens sapiens und seiner sprichwörtlichen Kreativität, der ja...so sagt der lateinische Name wesentlich intelligenter sei als zum Beispiel wir Schweine, sagt man.

Also warten wir jetzt alle auf den Weihnachtsmann und was uns Angela Ferkel, pardon: Merkel, mit einem neuen Kabinett unter den politischen Weihnachtsbaum im Stall legen wird.  Also, ich freue mich schon auf kommende Koalitionen, auch auf Konfrontationen und dann bestimmt auch auf Kollaborationen in unserer Regierung. Die Zeiten, in denen man die Wähler lapidar und eher abwertend  als „Wahlvolk“, bei dem man auf Stimmenfang ging, bezeichnete,  sind vorbei. Ich bin gespannt, wie man es uns hinterher „verkaufen“ wird, warum derjenige oder diejenige welchen Posten auch immer bekommen muss, natürlich zum Wohle unseres Landes.

Man sagt unter den Menschen gerne, dass man „Schwein sein“ muss, um in ihrer Gesellschaft Karriere zu machen, mag schon sein, aber weil ich Schwein bin, nehme ich von allen angebotenen Farbkombinationen am liebsten ROSAROT, denn in diesem zarten, wunderbaren Farbton leuchtet die Schwarte meiner holden und geliebten Sau am schönsten wenn wir abends  gemütlich vor der Glotze Huf in Huf sitzen und uns das menschliche Polittheater in Berlin bei einem Glas Chateau-Neuf-Du-Pig  ansehen.. Ihr / Euer EvP

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer mach Karriere in unserem Land...

Haben Sie sich das, verehrte Leserin und geneigter Leser nicht auch schon einmal gefragt, wenn Sie abends im Stall gemütlich vor der Glotze in selbige schauen und unsere Eliten medial auf Galas, bei Shows mit oder ohne Talk-Kompetenz, bei Dieter Bohlen oder anderen rührend blöden Unterhaltungsebern oder gar bei Sommerinterviews und TV-Duellen oder bei dem stets braven Schwiegersohn-Typ Günther Jauche vorbeiflimmern sehen? Als ich weiland vor nun mehr als 3 Jahrzehnten vor der Frage stand, wohin mich denn mein Trampelpfad des Lebens aus der behüteten elterlichen Kuhle hinaus in die Welt, alleingestellt auf meine Hufe, hren würde, war ich voller Ideale und vermutlich sehr naiv. Ich glaubte tatsächlich, dass Erfolg mit Leistung, Können, Fleiß und Ehrlichkeit zu erringen sei, wollte meine Cornflakes im Schweiße meines Angesichts rüsseln und mich innerlich und äußerlich bemühen, ein verlässliches und leistungswilliges Mitglied der Wohlstandsgesellschaft zu werden, das treu dem Motto den Staat lieber zu fragen was man für ihn tun könne, statt umgekehrt, also lieber als Bedienung im Biergarten statt mit BAföG am Baggersee, meine Stellung in der Gesellschaft zu erringen. Wohlgemerkt, einen Urwaldstall wie Lambarene von Albert Schweinzer sah mein durchaus den Genüssen des Lebens zugetanes Ego von vorn herein nicht vor, fand ich es schon karitativ genug, dass ich dem örtlichen Tennisclub die über den Zaun gespielten Tennisbälle freundlich winkend und unentgeltlich zurückwarf statt sie unserem stets dankbaren Nachbarshund zum Zerbeißen zuzustecken, aber irgendwie beseelte mich schon der Gedanke, dass man die in die Wiege im Stall mitgegebenen Tugenden gewinnbringend für sich, aber auch andere einsetzen sollte. Damals beim Tennisclub sah ich sie dann zum ersten Mal, ohne mir jedoch darüber weiter Gedanken zu machen. Eine mir bis dato neue Spezies Homo sapiens, die von großen blonden Müttern in teuren Cabrios transportiert und mit sicherem Designergespür von selbigen gekleidet, zum Nobel-Tennisclub für Trainerstunden an sonnigen Samstagnachmittagen chauffiert wurden, während wir anderen im Freibad für 40 Pfennig Eintritt plantschten. Es sind...waren die Rich Kids!

Tja, vielleicht ist Ihnen diese Bezeichnung bisher noch nicht im Kopfkino präsent, aber parallel zum wachsenden Wohlstand derjenigen, die sowieso bereits im üppigen Wohlstand leben, nimmt auch diese Spezies ihren Platz zunehmend in der Gesellschaft ein, wohl abgegrenzt von bildungsfernen und transferleistungsgebundenen Realitäten der so genannten sozialen Brennpunkte dieses Lebens. Schon damals war Tennis in kurzen, weißen Miniröckchenüber seychellen-gebräunten Keulen eine Domäne der „Besseren Schweine“. Die bedauernswerten Leistungs-Mast Ferkel Boris Becker und Steffi Graf beide ja auch Abkömmlinge der Elite des gehobenen Mittelstands. Die Ferkel der Besserverdiener tummelten sich schon damals in Monte Carlo, Marbella  oder auf Ibiza, ihre Schwarten in der Sonne röstend mit elterlichem Geld, während andere Zeitgenossen in den Ferien jobbten  oder mit den kleinen Geschwistern für deren Schulerfolg lernten. Heute ist der Karriereaufbau – wie fast alles – wesentlich systematischer und zielgerichteter und schon früher organisiert als es mir damals vor kam. 

Natürlich kann heute ein wohlhabender Notar oder ein Immobilienmakler für Nobelställe seine Kinder ja nicht in Gesamt-Schulen mit Abkömmlingen der Plebejer zusammen stecken. Wo soll denn da...bitte schön...das durch die Eltern hart erarbeitete Elitebewusstsein reifen, wenn man Schulbrot und Mathezensuren mit den Ferkeln von Hartz IV Familien teilen muss oder sich nachmittags zum Abhängen mit Mustafa oder Aygül trifft? Nein, das kann natürlich nicht der sorgsam vorgeplante Weg von Tommy Hilficker oder Laura Ärschley von Tennisclub über Golf-Grün zu Bachelor, Harvard und in den Konzernvorstand von Daimler-Benz ( oder zumindest  - wenn attraktiv und weiblich! - in dessen Bett und Villa als Haus (s)frau und Mutter) sein, oder zumindest in die Sukzessionskette der elterlichen Kanzlei, falls die Durchschnittlichkeit familiärer Gene sich trotz finanzieller Zuwendungen für die besuchten Privatschulen und Internate mehr dominant denn rezessiv erweisen sollte…Im Gegensatz zu mir und meinen Kumpels aus der spätpubertären Jungeberzeit hatten diese Kids ja nie eine „echte“ Wahl vielleicht auch Aussteiger, Rockmusiker oder sendungsbewusster Schul-Pädagoge auf den Spuren von John Lennon, Easy Rider oder unserem abgefahrenen, 68er Mathelehrer Doktor L. zu werden. Das war nie der Plan, den man schon früh in die von Poppermähnen umrahmten Köpfe auf Motorrollern und in Käfer-Cabrios mit Krokodilhemden pflanzte. Jura oder Medizin waren ein universitäres Muss, wenn´s nicht anders ging und um den Numerus Clausus zu umgehen,  gerne mit einigen Semestern vorweg in Florida oder Bologna,  aber spätestens mit dem dort fraglich erworbenen Vordiplom war man wieder willkommen an deutschen Unis, der väterlicher Burschenschaft, als Rotarischer Freund und  - natürlich auch wieder – im Blankeschnauzer Golf-Club, wo bereits die Mama-Sau Jahre zuvor den knackigen Golflehrer aus Brasilien um Assistenz bei unterversorgten Muskelgruppen bat.

Oha, mögen Sie vielleicht sagen, spricht etwa hier ein salon-kommunistischer Neid-Eber, der die bürgerliche Mittelmäßigkeit der Herkunft zum selbstbezichtigenden Ego-Trip stilisiert?  Weit gefehlt, Charakter hat nur selten etwas mit der Herkunft zu tun, Gott sei Dank lässt er sich noch nicht in privaten Aufspritz-und Silikonkliniken klonen. Aber es ist schon bemerkenswert, welche Diskrepanzen der Lebenschancen bei der scheinbaren Gleichheit aller in unserem immer wieder als so chancengleich propagierten Rechtsstaat zu beobachten sind. Ist man weder betucht oder dynastisch geboren, noch von einer Überdosis Talent oder Intelligenz geküsst und ist man auch äußerlich eher unscheinbar, so dass man bei der Tanzstunde immer als Letzter auf ein Auffordern warten musste,  ja dann hat man aber dennoch eine echte rechts- mitte- oder links-Überholer-Chance…nämlich die Möglichkeit einer politischen Karriere!

Tatsache ! - Da ist alles möglich, auch ohne Princeton oder Internat, ohne Charisma oder Charakter. Hauptsache nur, man fängt früh an sich zu organisieren, im katholisch-konservativen Landsauenbund, den JuSaus oder Jungen Wilden der GülleUnion zum Beispiel. Also  heißt es Zettelchen verteilen, unter Parteischirmchen die Bürgerinnen und Bürger vor Wahlen in Fußgängerzonen belästigen oder ihnen Lollies anbieten , sich schon früh bei abgeordneten Ebern und Säuen ins rechte Licht der Ferkelwärmelampe zu rücken, um dann später selbst ´mal – zunächst! – auf Wahlplakaten in biederen Kleinstädten für Stadtrat oder Fraktion zur Wahl zu stehen. Dann braucht man kein Volljurist mehr für die elterliche Sozietät zu sein, da reicht „in dubio Prosecco“ beim nächsten Stehempfang des Unternehmerbundes oder beim Sommerfest der Landesärztekammer, um auch so erstgenannter Gast und willkommener Grußwortausbringer zu werden.

Rich Kids scheint also ein Erfolgsmodell zu sein genauso wie Berufspolitiker, Theodor zu Guttenstall hätte – fast! – beides unter einen Hut zu bringen geschafft. Schade nur, dass man gerade diese „Berufsbilder“ bei Meinungsumfragen in der Bevölkerung seltsamerweise immer auf den hinteren Rängen antreffen wird. Trotz ständig erhöhter Diäten werden manche Polit-Promis immer dicker, sonst eher karrierefeindliche Lebensformen wie Homo-Ehe oder Patchwork-WG, Ehrenwortmissbrauch, Subventionsschwindel, Lobbyismus und Pöstchenschacherei oder einfach nur Milliardenbeträge von Steuerzahlern für Prestigeobjekte in den Sand zu setzen, scheinen trotz aller Skandale diesem Karrierebild nichts anhaben zu können. Das hat es mit dem Herpes-Virus gemeinsam und in die Anonymität der EU kann man sie dann ja alle wohlversorgt entsorgen, bevor sie als „nur noch Privatier“ dann -  natürlich völlig ohne ihre alten Beziehungen und Netzwerke als gewählte Volkstribunen zu nutzen  -  in den Aufsichtsräten großer Konzerne verschwinden. So war´s immer und wird´s wohl immer sein. Heute kann ich sogar Albert Schweinzer und seinen Urwaldstall langsam verstehen…

Dennoch bin ich tief im Inneren meiner Schwarte davon überzeugt, dass wir alle das Aussteiger-Gen immer noch in uns haben. Es kommt nur darauf an, wann man es sich erlaubt es ´raus zu lassen, oder wann es sich einfach seinen Weg durch ankonditionierte Konventionalität bahnen wird. Also ich habe mir zumindest fest vorgenommen, es nicht dabei zu behindern. Ich geb´s ja gerne zu:- Manchmal streichele ich sie noch zärtlich, die E-Gitarre aus Studenten-Band-Zeiten, die ich mir mit Zeitungsaustragen verdient habe, und ich schaue auf die alten, blaustichigen Farb-Fotos des ersten, ersparten Rucksack-Urlaubs auf Korsika. Nicht selten beschleicht mich da eine innere, durchaus selbstgefällige Befriedigung, die wohl kein internatsverkrüppeltes Rich-Kid je erlebt hat…Von allen Glücken die es gibt, ist das „kleine“ wohl das Beste...Ihr / Euer EvP

 

Sommerurlaub...

Hochverehrte Leserschaft, die Universität Leipzig hat ja gerade Schlagzeilen damit gemacht, dass auf höchst  „rektorale (nicht rektale!) Anordnung“ hin alle Anreden und Anschreiben nur noch grundsätzlich in der weiblichen Form zu tätigen sind. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich nicht jeden Schwachsinn mitmache, denn sonst würden Sie mir vielleicht lauter Schmäh-BriefInnen und –briefe schreiben, die zu beantworten ich weder Lust noch LaunInnen hätte. Aber eigentlich wollte ich mich zusammen mit Ihnen auf die nun langsam bevorstehende „Schönste Zeit des Jahres“, den Urlaub, einstimmen. Die Gewerkschaften haben schließlich lange dafür gekämpft, Urlaub für die Werktätigen überhaupt erst ins Bewusstsein der Arbeitgeber zu zwingen und so haben wir nun die tariflich zugesicherte Anzahl von Tagen und Wochen, die uns – bitteschön! - so erholen lassen sollen, dass unsere Arbeits- und Schaffenskraft auch erhalten bleiben möge. Seltsamerweise ist es weder bei uns Schweinen noch bei den Menschen wirklich angekommen, dass man sich eben in erster Linie auch erholen soll. Nein, Urlaub ist auch zunehmend Stress.

Kennen Sie es nicht auch aus dem eigenen Stall?  Kaum schiebt  Mutter Sau die letzen Bikinis und Tank-Tops vom vergangenen Mallorca-Urlaub in den Schonwaschgang (denn nur der Waschgang wäre ja schließlich Schuld, wenn sie im nächsten Jahre zu knapp auf der Schwarte säßen…) da steht schon wieder die Frage des nächsten all-inclusive. Sonnentankens in mediterranem Ambiente oder auf den Sauchellen im Raum.  Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und so werden kaum zu widersprechende Argumente wie Frühbucherrabatte, bloß nicht auf letzte Minute ein Hotel, das hauptsächlich von Erlebnishungrigen mit Pass jenseits des Urals frequentiert wird, oder einfach nur „…wenn wir uns wieder so spät entscheiden gibt es von hier aus gar keine Flüge mehr und wir müssen bei meiner Schwester in Frankfurt vor Abflug übernachten“, ins Feld geführt.  Schwere Kaliber eben! Ich persönlich liebe es ja in endlosen Schlangen wartend an den Schaltern der Billigfluglinien zu stehen. Da kann man herrlich Tätowierungen, die unter neonfarbenen T-Shirts oder dreiviertel-langen Jeans herauslugen, studieren, jede Menge Metall, das durch den Körper dekorativ gestochen wird bewundern, oder man beobachtet XXL-Kids bei einem letzten, schnellen Cheeseburger mit Cola bevor sie durch die Sicherheitskontrolle müssen und der Burger bis dahin mindestens von der Hand in den Mund sein muss.  Da gibt es berufsjugendliche Früh-Pensionärspaare, die im rührend-dämlichen Dieter-Bohlen-Outfit darauf warten in den Flieger zu kommen um sich zum nunmehr 25. Male mit Gleichgesinnten am Ballermann zu vergnügen. Aber „ jeder nach seiner Fasson “, wie schon Eberich der Große liberal zu formulieren wusste.

Schwamm drüber, es ist schließlich Ferienzeit in Wohlstandsdeutschland. Koffer werden gepackt, Pässe herausgekramt und man freut sich auf die angepriesenen Hotels in den bunten Pauschalreisekatalogen, die man ja meistens schon buchen musste, wenn die Rüssel noch rotgefroren im Reisebüro zur Winterzeit tropften. Nun ist es auch an der Zeit, dass besorgte Familieneber ihre Kombis noch ´mal schnell bei dem Vertragswerkstall auf lange Autobahnfahrtauglichkeit überprüfen lassen. Kaum etwas schreckt den Kfz-technisch Unbedarften mehr als die Vorstellung, mit einem Auto voller ungeduldiger Ferkel, einer genervten Holden und jede Menge Gepäck vom Gummiboot bis zur Gasflasche, vom Fahrradträger bis zum Schlechtwettervorsorge – Spielekoffer, hilflos auf der Autobahn irgendwo zwischen Binz und Bozen oder Grunzenhausen in Niederbayern liegenzubleiben und mit lächerlicher Neonweste über den Borsten und Warndreieck auf die Gunst der Gelben Eber vom ADAC warten zu müssen. Als äußerst zweckmäßig sind die DVD- Spieler zu empfehlen,  die man an den Rückseiten der Kopfstützen anbringen kann und die die turnusmäßig wiederkehrende Frage „ …wann sind wir endlich da?“ auf ein Mindestmass reduzieren können. Stressresistent muss man schon sein, wenn man sich zur sommerlichen Ferienzeit mit dem Auto durch Baustellendeutschland staut. Diese kilometerlangen „Wir bauen für Sie…“ Kunstwerke mit schmalen, orangeroten Fahrbahnmarkierungen erinnern mich immer an Stillleben, nur selten gestört durch die Anwesenheit arbeitender Werktätiger. Dann gefolgt von Staus in Ulm, um Ulm und um Ulm herum, bevor wir uns alle wieder vor dem Brenner zu kurzweiligen Gesprächen in der Wartezone treffen. Schön, dass es alle vereint, ob Cayenne oder Käfer, ob Holländer mit Wohnwagen oder Cabrios mit italosüchtigen Kegelschwestern aus Rüsseldorf.

Wissensdurstiger Ferntourismus war eigentlich nie unser Ding, lieber Calamari als Kalahari, lieber Gelato am Touri-Strand als gekidnappt im Wüstensand. Ich bin und bleibe ja Bella Italia- Fan... „Pig Berlin“ macht es ja möglich, einmal zum „Stiefel“ und zurück für schlappe Hundert Euro plus Kerosinzuschlag…. Aber es ist doch immer wieder etwas Besonderes sich von der mediterranen Lebensweise begeistern zu lassen. Beim Espresso unter Palmen auf der Piazza mit vollem Pizza- oder Pastabauch wohlwollend die holde, eingeborene Weiblichkeit auf ihren 14 cm- Keulenverlängerungen vorbeistöckeln zu sehen, die dunklen Mähnen eberwirksam nach hinten werfend….Da vergisst man den eisgrauen Himmel der Lüneburger Weide im Januar oder einen verregneten Novembertag in der übersichtlichen Fußgängerzone von Schweinfurt…Die Italiener sehen alles viel gelassener auch wenn sie mit ihren Motorrollern jeden bundesdeutschen Verkehrspolizisten zum Herzinfarkt bringen würden oder mit ihren Fiats die Altstadt so zuparken, dass eine zumeist übergewichtige „Knöllchenhostess“ mitteldeutscher Ordnungsämter stark suizidgefährdet ihren Dienst quittieren müsste.

Auch wenn Urlaub immer mit Aufregung, Reisefieber und durchaus auch mal Stress verbunden sein kann, so sind es dennoch wertvolle Wochen des Ausspannens, die jedem gut tun, und die man nicht einer Eigenperzeption scheinbarer, beruflicher Unersetzbarkeit ständigen Kürzungen unterziehen sollte oder gar ausfallen lässt. Das sage ich mir immer wieder gerne, wenn ich pünktlich zu Urlaubsbeginn an der Zapfsäule die Preise steigen sehe oder zunächst mit dem Stau am Kamener Kreuz leben muss bevor ich mich dem Kreuz des Südens erholungssüchtig nähern darf oder auf dem Großflughafen von Mallorca ausgerechnet mit den Meiers von nebenan zufällig in der Pommesschlange bei Würger King anstehen muss. Aber egal….. wir freuen uns schon jetzt auf die Herbstferien…Ihr EvP

Das enge Beieinanderliegen von Sieg und Niederlage...

Hochverehrte Leserin und geneigter Leser, kennen Sie es auch, das Gefühl, dass eine Schwalbe keinen Sommer macht und das Ihr Wahlkreuz auf dem Stimmzettel soviel zu verändern mag wie die drei Kreuze eines Analphabeten auf der Unterschriftszeile der vorzeitigen Kündigung eines Handyvertrages? Tja, so mag es jetzt auch dem einen oder der anderen im Schweineland Niedersachsen gehen. Nicht nur der (Noch-) FDP Chef Rösler, sondern auch wir Vertreter der Spezies Borstenvieh haben dort schon immer eine große Lobby, wenn auch leider unter kaum vergleichbaren Rahmenbedingungen.

Ich habe mir zusammen mit meinen Lieben die Wahl in Neidersachsen aus gemütlicher Perspektive unter der Ferkelwärmelampe im Stall angeschaut und mich schon einmal auf eine lange Nacht der Entscheidung vor der Glotze vorbereitet. Es dauerte ja fast so lange wie eine Papstwahl und so blieb ich allein auf dem Stroh und lauschte den Interviewten beim Hochrechnen und Abrechnen, die ja allesamt nach eigener Darstellung Sieger seien, bis dann spät des Nachts die Entscheidung kam, wer nun als wirklicher Sieger aus dem Ring hervorgeht und entweder grüßend die Hand oder drohend die Faust gen Richtung Berlin zu schütteln gedenkt. Meine holde Sau wollte nicht solange warten bis ZDF und ARD ihre Hochrechnungen homogenisiert hatten, sie verwies nur lapidar auf den Fakt, dass es doch eigentlich egal sei, wer da nun mit knappster Mehrheit zu regieren versuche, noch haben es die Vegetarier nicht geschafft eine eigene Partei ins Rennen zu bringen, die hätten wir natürlich mit scharrenden Hufen unterstützt, aber ob nun Rot-Grün oder Schwarz-Gelb die Erblande der Skandal-Wulffs in eine glorreiche Zukunft zu führen im Stande sind, scheint wenig Trennschärfe aufzuweisen.

Es ist ja schon ziemlich bemerkenswert wie schnell man von ganz oben nach ganz unten fallen kann. Ist man jedoch erst einmal ein offenkundiger Verlierer, dann kommt jeder noch schnell vorbei um auch seine Lanze in das waidwunde Wild zu stechen, man wusste ja immer schon, dass an dem oder der etwas faul sei und freut sich vielleicht insgeheim, dass die Medien jetzt in dessen Keller nach Leichen suchen und damit die im eigenen Keller zunächst in Frieden ruhen lassen werden.  Das muss wohl eine ur-menschliche Eigenart sein, bei uns Schweinen ist das nicht verbreitet. Man sagt zwar, dass jeder Stall anders rieche, aber auch, dass man in erster Linie vor dem Eigenen zu kehren habe. Jetzt wird es also in Niedersachsen einen weiteren „Verlierer“ mehr geben, der vielleicht mit dem Verlassenen Wulff eine WG gründen könnte. Zwar bietet man dem Deutsch-Schotten sicher eine ehrenhafte und warme Oppositionsbank an, von Herrn Wulff hingegen nimmt ja kaum noch einer ein Stück Brot, aber er ist ja augenscheinlich auch nicht hungrig und nur noch die Hälfte seiner selbst, dünn wie ein Schatten und allein in seiner spießigen Vorstadtidylle, die er vielleicht selbst besser nie verlassen hätte.

Saint-Exupery sagte schon zeitlos vor vielen Jahrzehnten, dass das fatale der „kleinen“ Herkunft die lebenslang kleine Seele sei. (ihm selbst brachte diese Weisheit auch nicht viel Glück, wurde er doch als Pilot im Krieg über dem Mittelmeer abgeschossen und blieb verschollen). Aber wollen wir jetzt doch einmal optimistisch nach vorne schauen. In diesem Super-Wahljahr wird es noch viele Verlierer und Gewinner geben. Fässer ohne Boden wie der Flughafen in Berlin, der Bahnhof in Stuttgart oder die Elbphilharmonie in Hamburg müssen dem Wahlvolk noch vor der Bundestagswahl als Erfolge verkauft werden. Da ist man sich einhellig einig, ob nun Rot oder Grün oder Schwarz oder Gelb.  Sie mögen vielleicht sagen: „….na der hat gut Grunzen, soll er es doch besser machen!“ und ich will mich dieser Kritik nicht verschließen. Aus der menschlichen Historie sind uns „Kampfschweine“,  „Grabenschweine“, „Wildschweine“ und sogar „Trüffelschweine“ als Synonyme für Hartnäckigkeit und des `Dranbleibens bekannt. Wir Schweine geben niemals klein bei, lassen uns nicht in Koalitionen und Fraktionen verbiegen oder unsere Ideen „weichgespült“ verkaufen.  Deshalb ist die Politik auch nicht primär unsere Schlammkuhle. Da wäre auch nur noch wenig Platz, denn da suhlen sich ja bereits andere erfolgreich. Wir sitzen lieber im warmen Stall und schauen zu, wenn andere sich auf den politischen Bühnen zu Erfolgsebern oder Verliererschweinen machen. Politische Verlierer werden in der Regel „gut abgefunden“ und nicht wie unsere Spezies „gut abgehangen“

Im Gegensatz zu uns wartet selbst auf die nur die mediale Schlachtbank, aber das ist für viele scheinbar genauso schmerzhaft….mit besten Grunzen, ….äh…Grüßen. Ihr EvP

Einfach Sehnsucht nach Einfach so...

 Ach, liebe Leserin und liebe Leser, ich wollte ja eigentlich einfach nur einmal mit Ihnen über die Einfachheit des Seins reden einfachen Lösungen für das Gemeinwohl selbst bei komplexen Herausforderungen Geneigte Leserin, geneigter Leser, kennen Sie es auch, dieses Gefühl, dass Vieles einfach einfacher sein könnte oder müsste? Das sich einfache Lösungen erfolgreich hinter schwerfälligen Abläufen, Richtlinien, Gesetzen und oft auch hinter den wiehernden Schimmeln der Amtsstuben verstecken oder dort vielleicht bewusst ein Leben im Schatten und Abkehr vom Pragmatischen fristen müssen…..?

Oft höre ich von meiner holden Ange(s)auten, „ …lass´ uns doch einfach nur mal ….“ dieses oder jenes tun, also scheinbar eine Ausnahme zur üblichen Praxis, denn offensichtlich ist es heutzutage gar nicht mehr so einfach, irgendetwas einfach nur ´mal so zu tun oder zu lassen. Liegt das uns Deutschen eigentlich im Blute oder in der Schwarte, oder ist das nur eine unerfüllbare Sehnsucht nach dem verwunschenen Garten der simplen Lösungen, zu denen wir uns selbst mit Denken und Handeln im Wege stehen?

Versuchen Sie doch bitte einmal, einen Antrag zum Ausbau Ihres Stalles an die zuständigen Behörden zu stellen, ein Gutachten für den Neubau Ihres umweltfreundlichen Gülleabflusses zu erwirken oder einfach nur Ihre jährliche Steuererklärung ohne das jeweils beigefügte Handbüchlein mit den permanenten Änderungen des laufenden Jahres selbst zu erstellen. Schwierig, selbst für Absolventen höherer Bildungsinstitutionen.

Es führt uns in die Niederungen perfide formulierter, sinnverdrehender Fallstricke und schwer nachvollziehbarer Wortschöpfungen, die den Götzen, die hinter Hängeablagen und Leitz-Ordner-Schildwällen wider dem Staub lauern, auf Altären einer nur aus sich selbst heraus begründbaren Struktur von willigen Vestalinnen im Dienstgrad von Amtsinspektorinnen und staatsexaminierten Hohepriestern im Range von Oberregierungsräten .als Opfergaben geweiht sind…Ab und zu gibt es sogar den einen oder anderen Politiker, der auf dieses Glatteis zu begeben sich populistisch wagt(e). Gut erinnere mich an eine gewisse Guilda Westerschwarte, die die Steuererklärung auf einem Bierdeckel zu reduzieren versprach. Na, da hatte man ja die Rechnung ohne den Homo Adminstrativus Germanicus, die konsequente, der Zivilisation geschuldete, anthropologische Weiterentwicklung des Homo Sapiens, gemacht.

Angefangen hat das Ganze mit Kaiser Maximilian im 15. Jahrhundert. Er führte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die „Kanzleisprache“  ein, damit alle offiziellen Vorgänge in einer elitären Art und Weise formuliert von ebensolchen Rechtskundigen verfasst, gelesen dokumentiert, archiviert und weitergeben werden konnten. So entstand das, was man heute die „Amtssprache“ nennt, die sich nicht scheut aus einem Baum ein „Großgrün“ zu machen oder die gute alte Uniform des Schaffners in der Bahn zur „Unternehmenszugehörigkeitsbekleidung“ stigmatisiert und unseren Wortschatz mit „Subsidiaritätsprinzip“ oder dem „Dienstbarkeitsdauernutzungsrecht“ erweitert.

Wir Schweine sind ja immer gut für einfache Lösungen, schließlich wollen wir in unserer Rolle als „Nutztiere“, in die uns unser Mitbewerber auf 2 Beinen kategorisiert hat, auch mit nutzbringenden Vorschlägen brillieren. Doch auch hier gibt es leider Tabus. Die meisten)Menschen wollen gerne menschlich sein und so wahrgenommen werden, jedenfalls nach Ende absolutistischer und menschenverachtender Herrschaftsstrukturen, aber dürfen wir Borstenträger einfach nur Schwein sein? Kaum, denn der Mensch hat diesen Begriff negativ belegt und uns damit diffamiert. Also einfach nur ist schon wieder schwierig wenn es um Schweinereien geht und merke doch, dass das gar so einfach ist. Bemühen wir uns doch zusammen einfach nur um einfache Lösungen.  Nur das Einfache habe – wie man sagt  - im Krieg und in der Liebe  Erfolg. Doch gibt es so viel andere Dinge unseres Lebens, in dem wir uns um Einfaches bemühen sollten. In der Schule einfache Weisheiten und Lehren weitergeben, in der Politik einfache Wahrheiten an- und aussprechen und sich mit engagieren.

Einfach und Einfalt sind nicht zu verwechseln, auch wenn das nicht jeder so erkennt und Einfaches gerne als weniger wertvoll abtut. Doch wer profitiert eigentlich davon, dass Vieles bewusst nicht einfach dargestellt wird?! Darüber – geneigte Leserschaft – sollten Sie sich beim nächsten Gang zur Wahlurne einfach nur´ mal Gedanken machen…Ihr EvP

Pubertät und andere evolutionäre Entwicklungen

Sind Sie, geneigte Leserin und geneigter Leser, neben Ihrer – natürlich – eigenen Pubertät auch von der Ihrer Kinder heimgesucht worden und sind Ihnen diese wilden Jahre im Wechselbad von Gefühlen, zugeschlagenen Türen, ersten Maskara-Versuchen und Clearasil noch präsent?

Ich kann Ihnen bestätigen, dass es da zwischen unserer Spezies weniger Unterschiede gibt, als man vielleicht denken mag. Uns hat man mit zwei Ferkeln gesegnet, die ältere geht natürlich als mittlerweile erwachsene Sau längst schon eigene Wege und teilt Schlammkuhle und Stroh mit ihrem Partnereber. Bibi-Blocksberg-CDs und Hello-Kitty-Schlafanzüge sind schon seit Jahren ausgemustert, was aber natürlich nicht heißt, dass man sich mit dem kleinen Bruder abends am Esstisch nicht doch noch gerne einmal ums letzte Fischstäbchen oder die Anzahl der größeren Erdbeeren im Nachtisch streitet…Aber unser Jüngster steuert geradewegs – mit offenen Augen und ebensolchen Poren – in die Pubertät.

Man ist ja gewohnt, dass Kinder und Ferkel sich phasenweise geradezu flammend für bestimmte Trends interessieren. Lokomotivführer oder Baggerfahrer will heute keiner mehr werden, Karl-May und sein Winnetou sind so tot wie die meisten der damaligen Film-Darsteller. Schon sehr früh zieht man dagegen eine Blitzkarriere bei DSDS – „Deutschland sucht das Superschwein“ - oder eine mehr als fragwürdige Erfolgsspur als Popstar oder Glamoursternchen oder Model in Erwägung. Gott sei Dank zerplatzen diese Irrwege bei normalen Ferkeln irgendwann und nur noch ein paar rührend blöde und peinliche versuchen mit aufgespritzten Rüsseln und Silikonzitzen sowie erbärmlichen Singstimmvolumen dann weiterhin noch ihre berufliche Zukunft in Containern, Dschungelcamps oder in Castingställen zu suchen.

Aber es gibt ja auch durchaus noch „normale“ Tendenzen: So kenne ich kaum Eltern von pubertären Jungebern, die im Laufe der Zeit nicht Fachleute dafür geworden, welche Dinosaurier es überhaupt auf Erden schon gegeben hat, ob sie Fleisch oder eher Müsli mochten, ob sie fraßen oder gefressen wurden. Der Urkontinent Pangäa ist zeitweise präsenter als das Urlaubsziel Mallorca, im Garten ausgegrabene Knöchelchen von längst verschiedenen Kleinnagern oder Brathähnchenresten werden fachmännisch auf ihren Versteinerungsgrad geprüft und ob es sich vielleicht nicht doch um einen Jahrhundertfund aus der Kreidezeit handeln könnte.Als stolzer Eberpapa muss man vielleicht erstmalig den Familienchampion-Stuhl zugunsten des allseits präsenten Tyrannosaurus-Rex räumen, selbst wenn man ihn zuvor schon erfolgreich gegen Fußballidole von Schalke oder Bayern verteidigen konnte…

Kennen Sie eigentlich „Star Wars“, oder besser: „Schweine im Weltraum“ ? Wenn nicht, oder nur als Relikte der Filmindustrie der späten 70er und 80er Jahre, dann machen Sie schnell einen gewaltigen Bogen darum, wenn Sie pubertäre Jungeber im Stall haben. Sollte das schon zu spät sein und Sie täglich mit - jetzt sogar in 3 D- Filmtechnik vorgeführten - Jedi-Rittern und Sternenzerstörer-Raumschiffen zu tun haben, so seien Sie versichert, dass auch das irgendwann ad acta gelegt werden wird, spätestens wenn erste scheue Küsse auf dem Nachhauseweg von der Schule oder Kuhle getauscht werden und Sammelbild-Ordner und Lego-Modelle auf Regalbretter zum Verstauben verdammt werden und Mandys, Jennifers oder Nathalies weichen müssen, die ihre sorgsam geföhnten, blonden oder braunen Mähnen publikumswirksam an Schulbushaltestellen oder Pausenhöfen nach hinten werfen und in knallengen Jeans die Blicke der Justin-Bieber-frisierten Herren unter Fünfzehn mit Kapuzenpullis und Turnschuhen auf sich zu ziehen wissen.

Aber dennoch ist es ein wunderbares, buntes Stück Leben, das so sicher auf jede Familie zukommt wie das erste Kids-Menue von „McDonalds“, die erste Klassenfahrt oder der erste Flaum unterm Rüssel (jedenfalls bei den Jungebern…), der nach langer Anzucht und Fürsorge dann endlich Papas Rasierschaum und Klingen weichen muss. Aber auch die Weiblichkeit wird nicht geschont: Mamas Schminkutensilien werden gerne vor ersten eigenen Käufen der Jungsäue ausprobiert, die mütterliche Frisur oder das Outfit schon öfter ´mal kritischen Blicken unterzogen bevor man es erlauben könnte, dass man bei der Party oder aus der Disco von den Eltern abgeholt würde und dies nicht als „peinlich“ bewertet würde…Ich habe diese „Eltern-sind-manchmal-doof“ – Zeiten unserer Ferkel sehr genossen und empfehle es Ihnen ebenso. So schnell wie sie kommen, gehen sie auch wieder vorbei und müssen dann meistens viel zu früh dem Erwachsensein weichen. Manchmal tauscht man ja selbst gern Anzug und Krawatte, „kurzes Schwarzes“ oder Businesslook gegen T-Shirt oder Jeans ( …na ja, dann aber schon von Designern) und lässt die eigene Jugendzeit mit Schlaghosen, Langmähne und „für-das-Moped-Sparen“ genüsslich Revue passieren.

Auch wenn wir noch nicht den Stress verkürzter „G8“ Schuljahre kannten und auch noch nicht mehrere Hundert sms auf der nach oben offenen Handy-Skala in den Äther schicken konnten, erinnern wir uns gerne dieser Jahre, in der wir weder „Fisch noch Fleisch“ waren. Ich „ziehe“ mir dann im Stall gerne lautstark die „Beach Pigs“ ´rein und nehme mir wohl zum Hundertsten Male vor, nächstes Frühjahr die Familienkutsche gegen ein altes Cabrio zum Selberschrauben einzutauschen…Selbst wenn es dann doch nur beim guten Vorsatz bleibt, so finde ich es wunderbar, dass wir alle eine doch sehr behütete Kinder- und Jugendzeit genießen durften. Eine Gunst, die der Generation meiner Eltern leider verwehrt war und die ich meinen Ferkeln von Herzen gönne. Mal sehen wie es wird, wenn die Enkelferkel die Dinos und Piggy Potter entdecken oder von „Star Wars - the next Generation“ träumen werden…Ihr EvP

Ämter, Amigos und Affären...

...wussten Sie, verehrte Leserinnen und Leser, dass Niedersachsen ein Schweine – Land ist?Ganz im Ernst: - von Vechta bis Varel, von Göttingen bis Gorleben, überall dort spielen wir im ländlichen Zusammensein mit unserem Mitbewerber Homo Sapiens Sapiens eine entscheidende Rolle. Ich muss zugeben, leider nicht immer eine, die wir Schweine auch mögen…In und um Hannover ist das nicht ganz so ausgeprägt, ist ja auch logisch: dort wird ja die Politik gemacht. Daran werden wir Schweine selten beteiligt und eigentlich möchte meines gleichen sich die Hufe damit auch gar nicht schmutzig machen. Dennoch: es kann und darf mir nicht egal sein, wie ein Schweine – Land wie Niedersachsen so dasteht. Im Augenblick gibt es ja viel Gegrunze, nicht zuletzt wegen einem unserer Landeskinder, Herrn Wulff.

In Bayern sagt man, wenn man seinen Unmut mundartlich ausdrücken möchte, „…mei, Herrschaftszeiten san´s!“ Da steckt viel Wahrheit ´drin, denn die Herrschaft hat sich wohl zu allen Zeiten Privilegien herausgenommen, sich über dem Recht stehend empfunden und nicht selten mit Berufung auf christliche Werte Wasser gepredigt und selbst Wein getrunken. Ob man nun von hochwohlgeborener Herkunft sein Handeln ableitet, oder ob man aus dem Volk gewählter Vertreter ist, was ich dann noch viel schlimmer finde. In Bayern ist man darin ja bereits erfahren. Die Franz-Josef-Strauß – Dynastie und die spätere Amigo – Affäre haben wir nicht vergessen. Aber dass es so etwas auch auf dem platten niedersächsischen Land und seinen hochdeutschredenden Politikern mit bisher blitzsauberer Weste gibt, hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

Wissen Sie, ´mal ganz ehrlich, vor ein paar Jahren stand ich auch vor der Frage, ob ich Kredite bei der Schweinfurter Bank aufnehmen sollte, um unseren Stall zu renovieren. Seit den Tagen des Ersten Weltkrieges hatte mein Großvater Saulus von Pig zu Porcus wenig in unsere Latifundien investiert. Auch sein Sohn, Schweinfried – Wilhelm, hatte zunächst mehr Interesse an rosa Keulen und dem Dolce Vita, als am Stall-Bauen. Kurz: auch ich stand vor der Frage, Geldmittel zu schweineteuren Zinsen aufzunehmen, oder vielleicht bei meinem Freund Saubert, der recht vermögend in Wildesauhausen lebt, Geld in aller Freundschaft zu leihen. Sagt man nicht bei Geld höre die Freundschaft auf? Naja, für unseren Herrn Wulff scheint das nicht zu gelten. Genauso verbringe ich meine Urlaube nur auf den Sauchellen oder in Saustralien, wenn es unsere Urlaubskasse zulässt und nicht, wenn mich ein befreundeter Saubärmann dazu einlädt. Das geht einfach nicht, wenn man ein hohes Amt in öffentlichen Ställen innehat.

Anders ist die Lage ja bei unserem Ex -Sonnenschein Karl Theodor zu Guttenberg. Der hat in seinem Stall ja nie Mangel gelitten und war damit gegenüber den Anbiederungen „väterlicher Freunde“ nie empfänglich. Der kommt aus gutem Stall, konnte sich alles kaufen (lassen) und reagiert nun wie ein trotziges Ferkel, weil keiner in der Schlammkuhle mehr mit ihm spielen will. Ja, auch so ein Comeback will wohl überlegt sein. Da nützt es nichts mit mehr Gelatine im Haar und weniger Brille auf der Nase und mit einer ganz still gehaltenen Stefanie daher zu kommen. Jetzt hat ihn halt die Schlammkuhle „Europa“ aufgenommen. Eigentlich heißt es ja in der Politik „hast du einen Opa, schick ihn nach Europa!“. Aber dafür ist unser Ex – Kronprinz ja noch ein bisschen jung.

Geneigte Leserschaft, es gäbe noch genug, über das man trefflich diskutieren könnte in diesem Zusammenhang. Ich möchte nicht falsch verstanden werden:-wir brauchen keine Heiligen (mehr) in der Politik, sondern Menschen und Schweine wie dich und mich. Längst sind die Affären und Affärchen um unsere politische Elite in der Presse besser auszuschlachten als ihre etwaigen politischen Visionen oder strategisches, entschlossenes Denken und Handeln für unser Land oder gar eine bessere Welt. Trotzdem gibt es so etwas wie Anstand, Ehre, und Gewissen. Unser Problem ist aber, dass Menschen und/oder Schweine, die sich zu diesen Werten bekennen, selten in politische Ämter streben. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber für mich ist der Begriff „Berufspolitiker“ zunehmend negativ belegt. Wer sich sein Leben lang im medial bewachten und äußerst gefährlichen Haifischbecken der Politik um sein persönliches Fortkommen mit möglichst blütenweißer Weste bemühen muss, läuft schnell Gefahr, sich von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, und Pflichterfüllung für die Sache zu entfernen.

Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2012 nur das Beste und dass Sie mit weniger Affären um Ämter und Amigos belästigt werden mögen. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr EvP ... der für die Renovierung seines Schweinestalles, den Kauf eines neuen schadstoffarmen Gülleabflusses und neuer C02 – ausstoßfreier, Infrarot-Wärmelampen einen stinknormalen Bankkredit zu stallüblichen Konditionen aufnehmen musste!

Alle Jahre wieder...

 

...schon seit ein paar Wochen haben Lebkuchen, Baumbehang und Glühwein die Lufthoheit über Supermarktregale erobert…jetzt geht es unaufhaltsam in die „gemütliche und beschauliche Jahreszeit“ über, so sagt man. Im alpenländischen Bereich nennt man es die „staade ( = stille) Zeit“ was auf winterliche Ruhe und Abkehr noch von herbstlichen Ernteaktivitäten dazumal zeugt. Dankbar war man, endlich Ruhe zu haben und sich um sich und die Familie kümmern zu können, ohne an Hunger und Not und Arbeit denken zu müssen…war man ja in der Regel in den Bergen eh eingeschneit.

Ich habe auch vor, es mir und den meinen im Stall gemütlich zu machen. Küche und (Wein) Keller sind voll, die Ferkel freuen sich auf den ersten Schnee und rosa Nasen haben sie auch ohne frostige Tage sowieso das ganze Jahr. Irgendwie ist die winterliche Zeit des anstehenden Jahreswechsels auch immer für mich eine Zeit, an Familie und den inneren Zusammenhalt der selbigen zu denken. Zu oft kommt das im Jahr zu kurz…Termine jagen sich gegenseitig im Schweinsgalopp, das Funktionieren aller im Stall wird vorausgesetzt, hier und da mal schnell ein Lob an die Ferkel für eine gute Schulnote oder ein Tadel, wenn man aus der Disco zu spät ins Stroh gekommen oder heimlich noch in der Glotze „Pig Brother“ oder „Schweinfurt sucht die Supersau“ bis ultimo geschaut hat. Ab und zu ein schnelles Wort der Anerkennung für die haussaulichen Fähigkeiten der besseren (Schweine-)Hälfte und ihr stillschweigend vorausgesetztes Vermögen, den Stall wie ein funktionierendes Unternehmen klaglos am Laufen zu halten.

Nein, geneigter Leser und verehrte Leserin, das ist nicht genug. Familie ist ein lebendiges Wesen, dass - ähnlich wie der Basilikum auf meiner Küchenfensterbank - Pflege und Liebe und manchmal auch Anerkennung braucht. Ich habe mir vorgenommen, zu diesem Weihnachten alle Familienmitglieder um uns herum im Stall zu versammeln. Zu viele davon haben sich in ihrem jeweiligen Leben (alleine) eingerichtet und meinen, den familiären Zusammenhalt gar nicht zu vermissen. So freue ich mich auf den Besuch meines Vetters Serrano di Prosciutto, der sonst in seinen urbanen Jagdrevieren keinen Schinken unbeobachtet an sich und seinem mediterran-heißblütigen Blick vorflanieren lassen kann und auch auf die stets promiskure Cousine Paris Pigton aus Poekeltown, USA, die sonst ihre Weihnachtsfeste mit strammen Ebern mit 3-Tage-Borsten und Sixpack in den Schwarten in sündigen Nobelkoben in der Nähe der Pigalle oder auf Kreuzfahrtställen zu verbringen bevorzugt.

Alle wollen sie kommen, sogar Vetter Plagiatus von Schummel zu Spick, der die juristische Fakultät der Universität in Bayreuth anführt und der berühmte Gourmetkoch Cochon de Grass, der als Trüffelschwein in Frankreich Karriere gemacht hat. Bunt wird´s und schön wird´s im Stall dieses Jahr. Wie ich das geschafft habe, die alle unter einen Hut zu bekommen mögen Sie fragen? …War gar nicht so schwer. Der Schlüssel war der Stall. Die Christenheit hat in einem Stall zu Bethlehem begonnen. Dort wurde der Erlöser geboren. Auch heute – 2000 Jahre später - ist eine zugige und schlechte Behausung, vielleicht in einem Camp voller Bürgerkriegsflüchtlinge irgendwo auf dieser Welt, leider immer noch die erste Lebenserfahrung vieler Neugeborener. Auch an sie wollen wir denken, wenn wir uns unter der Wärmelampe im Stall zusammenfinden werden und dankbar und bescheiden sein, dass es uns auch ohne unser Zutun so viel besser geht.

Auch wenn wir Schweine selten einen Platz als holzgeschnitzte Komparsen in den Krippen finden und vor Eseln, Lämmern oder bestenfalls noch Kühen zurückstehen müssen, so waren wir doch immer dabei, so oder so. Das ist ein gutes Gefühl, dass man nicht nur zur Weihnachtszeit alle Jahre wieder haben sollte….Euer EvP

Quo Vadis Bundeswehr?....oder Strightkräfte Light...

Wenn man zum alteingesessenen Blaublut gehört, dann hat man nicht uninteressiert daran zu sein, was die Streitkräfte der (preußischen)Heimat tun oder lassen und wie man mit ihnen umgeht. Früher wurden wir von Porcus – wie alle Adligen, die sich dem konventionellen Broterwerb zu entziehen suchten – Offiziere in Königs und Kaisers oder zumindest Vaterlands Diensten, die weniger maskulinen Eber wurden gerne auch Kleriker und die Erstgeworfenen erbten den Stall. Punktum...schön und einfach war´s früher.

Aber eine Affinität zum Militär hat man eben immer, wenn man sich in Deutschen Landen zur gehobenen Bourgeoisie bekannte und bekennt. Reserveoffizierschwein ist da das Mindeste, was man als Mitbewerberkiller für Pöstchen im Öffentlichen Dienst oder Auswärtigem Amt mit Blauem Blut im Kotelett einzubringen hat. Selbst unsere englische Nebenlinie derer von Pig and Porcus of Pigton upon Avon hat eine Menge Heldenschweine im King´s Own Wild Boar Regiment hervorgebracht. Im Ersten Weltkrieg nannte man die besonders erfolgreichen Infanteristen „Grabenschweine“, auch wenn man sie alle zusammen, Freund oder Feind, damals eher als äußerst arme Schweine bezeichnen sollte, erfüllt mich Tapferkeit und der Wille für Dinge entschlossen zu kämpfen, mit Respekt. Kurz: Auch heute kann man nicht so einfach an den deutschen Streitkräften „herumdoktern“, ohne dass es von aufgeklärten Staatsbürgern mit oder ohne Rüssel und Borsten wahrgenommen und kommentiert wird.

Seitdem es keine große Gefahr eines Thermonuklearen Konflikts zwischen Ost und West mehr gibt, wurde die Bundeswehr immer wieder transformiert, reformiert und reduziert. Von der Armee der Einheit bis zum Hindukusch ging es fast im Schweinsgalopp zu immer neuen Strukturen und Aufträgen und Fähigkeitsprofilen wie es im Fachjargon heißt. Wenigstens blieb den verunsicherten Soldatinnen und Soldaten immer ihr uraltes und oft nutzungsverlängertes Gerät und Ausrüstung erhalten. Herrlich nostalgisch aus einem Hubschrauber mit einem 20 Jahre alten Fallschirm zu springen, der schon den Wehrpflichtigen Großvater in einer Luftlandeeinheit mit dem gleichen Modell Schirm auf dem Rücken abgesetzt hat…Das Essgeschirr hat sich seit den „Grabenschweinen“ von Verdun auch nicht verändert. Scheint eben zeitlos gut zu sein. Na ja, jetzt entsteht „eine neue Lage“ durch umfangreiche Standortschließungen.

Der Resetknopf wurde gedrückt, um deutsche Streitkräfte (besser?) für ihre heutigen, zeitgemäßen Aufträge zu streamlinen. Weniger, besser, leichter ( sollte auch für den einzelnen Soldaten gelten) effizienter, interkulturell kompetent und vor allem billiger, dabei abgrundtief demokratisch verwurzelt, die Innere Führung schon mit der Muttermilch im Portepée und für die Masse mit einer Besoldungsgruppe als Endstufe, für die ein Polizist nicht ´mal in der Ausbildungsphase morgens aufstehen würde. Klaglos dabei und stets versetzbar soll er / sie sein, flexibel, dankbar schon für Kleinigkeiten und – bitteschön – nicht zu kritisch in der medialen Artikulation von eigenen Interessen. Eben Gehorchen statt Fragen, Hinnehmen statt Herziehen, Robust statt Rotunde. Was soll denn da das Gemeckere der betroffenen Großverdiener im Mittleren Dienst, wenn man die Standorte schließt, jedenfalls die, die keine politische Lobby bei der augenblicklichen Bundesregierung geltend machen können? Abstellen, bitte und zurück ins Glied!

Der Osten und seine arbeitsmarktliche Depression wird schon genügend Bewerber auch ohne das lästige Gezerre um die Wehrpflicht bringen. Den nicht mehr in die Einsätze zu schickenden Älteren bietet man zunächst mit vermeintlichem Zuckerbrot vorzeitige Zurruhesetzung an (…aber bitte nicht zu attraktiv, sonst gehen auch die Guten!), Karriere und Aufstieg ist ja doch nicht mehr, man muss schließlich alle die unterbringen, die schon weiter oben sind und ihre Tageszeitung lieber umsonst im Casino lesen als sie sich als Früh-Pensionär selbst am Kiosk kaufen zu müssen. Was soll man auch im heimischen Stall, wenn die Fr(S)au ja ohnehin noch berufstätig sein muss, um die Ferkel studieren zu lassen. Aber die Bundeswehrstrukturreform an sich ist schon ein großer Wurf, oder? Zu Guttenberg hat ihn weiland nicht durchsetzen können (oder wollen) aber Kanzlerins Musterschüler kann das schon.

Ich werde mir das von meinem gemütlichen Stall aus weiter anschauen. Schließlich haben wir von Porcus immer gut und gerne gedient. Ob und mit wie viel Soldaten wir am Hindukusch bleiben oder ob wir in Libyen kusch(t)en, ich werde es kritisch beäugen. Schließlich war ich ja auch einmal Staatsbürger(schwein) in Uniform, Jawoll...Euer EvP

Die Welt, der Mensch und die Nullen...

...In den nächsten Tagen wird er oder sie geboren werden. Das siebenmilliardste Menschenskind. Was für ein Erbe gleich mit neun Nullen hinter der Sieben sein Dasein zu beginnen. Dabei sind mehr als Fünfzig Prozent der Menschen unter 25 Jahre alt, auch wenn man das in unserem Einkaufscenter, an der Bushaltestelle oder im Herbst auf Mallorca so gar nicht glauben möchte. Aber wir müssen eben lernen zu akzeptieren, nicht (mehr) der Nabel der Welt zu sein. Vermutlich wird das neue Menschlein in der sogenannten Dritten Welt, die wir in der Ersten Welt am liebsten auf einem anderen Planeten ansiedeln möchten, geboren werden und nicht in unserem zunehmend von wohlgesättigten, rentnerbeigen Farbtönen und Kaffeefahrten geprägtem Pensionärseuropa.

Er oder sie wird nichts wissen vom Eurorettungsschirm, für den Zahlen wie Sieben Milliarden unbedeutende „Peanuts“ sind. Mit dem Begriff eines „Finanzhebels“ wird man in dieser Welt nichts anzufangen wissen, der Hebel für einen neuen Pumpschwengel für sauberes Wasser im Dorf wäre wohl schon Errungenschaft genug. Aber auch wir haben hier unsere Probleme und Problemchen, nicht erst seit der Eurokrise, die man äußerlich jetzt aber – bitteschön – in den Griff bekommen muss bevor man in die Bundestagswahlen geht. Jetzt werden auch noch die Streitkräfte reduziert, - pardon - , reformiert und transformiert. Man jammert um die Wirtschaftskraft die regional bei Standortschließungen verloren ginge, um die Soldatinnen und Soldaten an sich, deren Risiken im Einsatz usw., kümmert man sich nach wie vor wenig. Geld regiert eben die Welt der Menschen.

Die Null, so unbedeutend sie als Zahlenwert auch erscheinen mag, ist die Zauberin, die aus Tausenden Millionen oder Milliarden machen kann. Banken wissen das längst und setzen sie scham- und rücksichtslos für ihre Spekulationsgeschäfte und „Immobilienblasen“ ein, die Zeche der immer abstrakteren Summen zahlt beim Schiefgehen sowieso der ebenfalls abstrakte Steuerzahler. Bei der Staatsverschuldung des Big Brothers USA ist man ja bereits bei Billionen – also mindestens Zwölf Nullen plus - angekommen. Mein Gott, was jammert da der Bund der Steuerzahler über ein paar mehr durch Politikerhände verschwendete Steuermilliönchen oder die vollkommen angebrachten, so regelmäßig wie der Monsun im Dorf unseres Neuankömmlings zu erwartenden Diätenerhöhungen bei Bundes- , Landes- und Europaparlamentariern? Da fehlt doch den Meckerern der Sinn fürs Globale. Hier muss man einfach mitmachen wenn man im Rennen bleiben will. Das vereinte Europa und den Euro wollten wir doch schließlich alle, oder etwa nicht?

Mensch, was bin ich froh (nur) ein Schwein zu sein. Auch meine Artgenossen werden selten älter als 25 Jahre alt, aber zu Finanzmoguln oder wiederwahlgeilen Politikerinnen und Politikern mutieren sie selten. Das habe sie mit dem siebenmilliarden-Menschlein gemeinsam. Dennoch rufe ich ihm oder ihr ein herzliches Willkommen auf diesem (noch) blauen Planeten zu. Er oder sie wird den Kohl der Überbevölkerung auch nicht mehr fetter machen. Ein Stall braucht Ferkel, die Welt braucht junge Menschen. Vielleicht schafft er oder sie, was bereits Michael Jackson sang, wenn er die Kinder aufforderte eine bessere Welt aus dieser augenblicklichen zu machen.Die von Porcus mit allen Haupt- und Nebenlinien würden sich dem nicht entgegenstellen. Zwar gibt es auch bei uns genug „Nullen“ in der Familie, aber die sind eben – wie gesagt – selten in staatstragenden Ämtern…Euer EvP

...zehn Jahre danach...

 Wissen Sie, verehrter Leser und verehrte Leserin, wir Schweine haben ja eine lange Tradition im Kopfschütteln entwickelt wenn wir auf die Evolution unseres globalen Mitbewerbers, des Homo Sapiens Sapiens, oder kurz: des „gemeinen Mitmenschens“ blicken. Kaum etwas, was er sich nicht gegenseitig schon angetan hat nachdem er seine Borsten, pardon:- sein Fell, abgeworfen hat, von den Bäumen in die Savanne stieg und sich von den wesentlich gelasseneren Verwandten, den Affen abgezweigt hat. So ist auch „NineEleven“, wie die wohlgenährten US.-Fastfood-Vettern jenseits des großen Teichs sagen, ein gutes, besser schlechtes, Beispiel dafür.

Ich erinnere mich noch wie gestern als damals vor fast genau 10 Jahren die unglaublichen Fernsehbilder der zusammenstürzenden Twin-Towers live in die Wohnungen und Ställe übertragen wurde. Fassungslos und stumm saßen wir im Stroh vor dem Bildschirm unter dem Schein der Ferkelwärmelampe und konnten, ja wollten es fast nicht verstehen. Mein Cousin dritten Grades aus der Hugenottenstammlinie unserer Familie, Heinz-Ebäähr de Koschon-Krass weilte damals mit seiner Gemahlin Rosa von Saunheim und den drei gemeinsamen Ferkeln bei uns zu Gast im Stall. Schnell waren wir uns einig, dass sich nun Vieles auf der Welt verändern würde, wenn man das Mutterland von Rib-Eye und Hot-Dogs so attackiert. Es würde zu einer Art Wildschweinhatz nach den Tätern führen und die würde Dimensionen annehmen, die wir uns kaum vorzustellen wagten. Es hat uns dann ja auch ein Jahrzehnt der Kriege und des Hasses danach eingebracht. Sinnlose Rachefeldzüge, Billionen an Steuergeldern und unsägliches Elend für die darin umgekommenen, armen Schweine und ihre Familien, sei es als unbeteilgtes Opfer, sei es als vermeintlicher Täter oder einfach nur als Soldat in der Pflicht.

Wir Schweine haben uns schon oft gefragt, warum so viel Hass unter den Menschen herrscht. Sie haben doch alle Ressourcen unserer gemeinsamen Mutter Erde sich allein untertan gemacht. Sehen sich als Krone der Schöpfung und Gottes Eberbild, pardon Ebenbild, und dennoch trachten sie sich voller Eifer gegenseitig nach dem Leben. Und begründen dass sogar noch mit der Berufung auf ihren Gott oder ihre Götter, ganz ohne an Schinken, Steaks oder Kotelett des anderen interessiert zu sein. Für uns Borstenträger eine ganz andere, völlig sinnlose Qualität des sich gegenseitig Verbrauchens. Nein, nein, geneigter Leser und geneigte Leserin, ich hebe nicht die moralische Pfote des „Gutschweins“, kann aber auch nicht verhehlen, dass ich einmal mehr froh bin Schwein zu sein und keinen Reisepass, Kaffeemaschine und Lockenwickler, Bahncard oder Kindersitz zum Leben benötige.

Ich würde so gerne feststellen, dass wir heute, zehn Jahre nach NineEleven, eine schöne, neue Welt haben und die vielen Opfer seitdem nicht sinnlos auf den Altaren politischer Notwendigkeiten, Bündnistreue und weltanschaulicher Vernarrtheit geopfert wurden. Es reicht ja schon, dass meine Spezies auch weiterhin ihrem Schicksal entgegengefüttert wird, um in Hälften zerteilt und an Ketten gehangen dem (leiblichen) Wohle des Menschen zu dienen.Wir Schweine wussten schon immer, dass ein Leben in Gesundheit und in Frieden ein hohes, ja das höchste Gut ist, nach dem es sich lohnt zu streben. Vielleicht gerade deshalb, weil es 99% der Schweine nicht vergönnt ist und wohl auch niemals vergönnt sein wird.

Aber die Lehre ist, dass der Mensch daraus nicht zu lernen befähigt ist. Es wird neue NineEleven geben, so wie Oslo und wo auch noch immer. Die Zivilisation, der Wohlstand, die Fähigkeit des Menschen abstrakt zu Denken und zu Handeln hat ihn vom Raubtier im Pelzkleid zum Schreibtischtäter in Nadelstreifen werden lassen. Sonst ist er aber alles geblieben, was er immer wahr und sein wird. Mein tierischer Freund Lupus von Wolf zu Heulstein sagt immer : „Der Mensch ist und bleibt des Menschen schlimmster Feind“. Darüber denke ich oft nach, wenn ich mir einen guten, blutroten Chateau Neuf du Pig einschenke und an NineEleven denke...Euer EvP

...über Erdbeben, Tsunamis, Knut´s Tod und andere welterschütternde Katastrofen...

...also, es ist schon ein ständiger Ärger mit dieser Natur! Wieso hält sie sich eigentlich nicht an das, was die Krönung der Schöpfung von ihr erwartet?! Mit kostenintensiven Risikoberechnungen und Wahrscheinlichkeitsparametern hatte der Mensch also festgelegt, dass es ein solches Erdbeben, erstens, (wahrscheinlich) gar nicht geben dürfte, zweitens, es frühestens in 10-20 Millionen Jahren statistisch Japan vom Erdboden fegen könnte und drittens, wenn es unwahrscheinlicherweise doch früher käme, es die Atomkraftwerke (wahrscheinlich) nicht zerstören würde und darum, viertens, so eine richtig gute, erdbebensichere Bauweise derselben (wahrscheinlich) auch gar nicht nötig sei, von einer ständigen Wartung ganz abgesehen…..und nun das!

Was bildet sich diese Natur eigentlich ein!? Aber, Gott sei Dank, sind diese spe(c)ktakulären Ereignisse ja 8000km von unseren warmen Ställen entfernt und man kann sich die Katastrophe bequem am Flatscreen anschauen. Doch wenn ich mit meiner S(Fr)au, Rosa von Porcus, geborene von Schweinheim zu Eberstadt und den Ferkeln kuschele, dann denken wir oft an die vielen Menschen und auch Tiere in Japan, die Familie, Heim und Existenz verloren haben und freuen uns ehrlich daran, dass wir alle rund, gesund und zufrieden sein dürfen. Was ist das nur für eine Welt! Erst zu Guttenberg, dann Japan und dann stirbt auch noch Knut der Eisbär! Wie – bitteschön - kann man sich da in Ruhe auf die Vorabendserien, Rosamunde Pilcher, Gerichtssendungen oder den Wahlkampf in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt freuen! Hätte dieses Erdbeben vielleicht nicht besser ins parlamentarische Sommerloch gepasst? Jetzt kann man es so gar nicht recht ausbeuten um schon immer Gesagtes und Gefordertes mit Nachdruck wieder aufs Tablett zu bringen. Hat man nicht schon immer vor Atomkraft gewarnt? Ewige Bedenkenträger, grüne Mahner und andere Opportunisten wittern jetzt Morgenluft. Die Mineralölkonzerne heben schon ´mal vorsorglich die Kraftstoffpreise an und wem das alles zu langweilig ist, der kann ja verfolgen, wie die Koalition der Willigen jetzt den größenwahnsinnigen Ghaddafi zerbombt. Huch, da sind wir Deutschen ja gar nicht dabei? – Wie denn das?

Ich habe ja dazumal in der britischen Armee als kosmopolitisch aufgewachsenes Frontschwein gedient. Mit den „King´s Own Wild Boars“ habe ich an manchem Spe(c)ktakel mitgewirkt. Aber Deutschland kämpft nun nicht mit um Ruhm, Ehre und Öl? Einfache Antwort:- Wir können es uns mit unserer heillos unterfinanzierten Bundeswehr ja auch gar nicht leisten. Afghanistan fordert unsere Streitkräfte schon bis zum Letzten, die versprochene Beschaffung von modernen Transportflugzeugen und Hubschraubern aus deutschen Landen können sich nur die Nachbarn, wir selbst aber nicht, leisten und wer will schon noch mehr tote deutsche Soldatinnen und Soldaten dem Wahlvolk verkaufen...nein, nein, da muss man es mit der Schicksalsergebenheit der Japaner sehen:- Warum einen 3-tägigen-Europatrip absagen, warum nicht mehr mit Trachtenhütchen am Oktoberfest auftauchen, denn es ändert ja auch nichts mehr an der Katastrophe.

Als Schwein habe ich und meine Rasse ja schon schnell erkennen müssen, dass nichts so kurzlebig ist wie das Interesse des Menschen an Neuigkeiten. Nur schlecht und aufregend müssen sie sein, dann ist es gut für Boulevardblätter und Nachrichtensendungen privater Rundfunkanstalten. Gibt es Gammelfleischskandale dann wird unsereiner eben gekeult, geht die Welt in Japan unter, dann fährt man da - erst einmal – eben nicht mehr im Urlaub hin.Was muss eigentlich noch passieren, bevor sich die Krone der Schöpfung in mehr Bescheidenheit übt. Unsere heile Welt ist ja nicht in Gefahr. Wir kennen Katastrophen bestenfalls aus Computerspielen, dann zu Weihnachten packt uns das schlechte Gewissen und wir spenden fleißig für Betroffnene arme Schweine, je weiter sie von uns entfernt leiden, um so besser.Aber in der Natur ist nichts von Bestand. Alles wird früher oder später von der Evolution hinterfragt und günstigenfalls nur modifiziert. Alles andere hat sich darauf einzustellen, dass Modelle, die den Konzern schädigen oder Ladenhüter zu werden drohen, wieder vom Antlitz der Erde vertilgt werden. Das haben die Dinos auch schon schmerzlich erfahren müssen.Das ist auch gut so, denn sonst hätten wir Schweine ja nie die Chance, vielleicht auch einmal die Welt von der anderen Seite der Fleischtheke im Kaufmannsladen sehen zu können.Bon Appetit et bientot après...Euer EvP

...über Rücktritte, Fehltritte und die Leichtigkeit des Seins als Politiker und Medienstar...

...den Wenigstens ist ja bekannt, dass auch ich aus einer Akademikerfamilie stamme. So haben Verwandte von mir über verschiedene Themen an renommierten Universitäten wie Schweinfurt, Eberswalde oder Rüsselsheim promoviert. Ich erinnere mich an eine spektakuläre Abhandlung meines Vetters Pikk von Porcus über die Rolle des Landsauenbundes, pardon Landfrauenbundes, im Kontext der Agrarsubventionen auf EU- Ebene. Spannend kann ich nur sagen. Wer sich damit beschäftigt lernt schnell: wer ehrlich bleibt, kriegt keine (EU -) Kohle.

Aber hätte die Herr zu Guttenberg gebraucht? Wohl kaum, denn er kommt ja aus einem guten Stall. Er hatte ja auch eine hohe Messlatte an seine eigene Ehrlichkeit und Ehre gelegt. Nun hat er sich gefallen lassen müssen, dass man ihn auch daran misst. Schade ist es trotzdem. Ach, wie schön wäre es gewesen, wenn er und seine Stefanie die Sehnsucht der post- klimakteriellen Leserinnen des „Goldenen Blatts“, der „Gala“ oder der Rentner- Bravo, der „Apothekenrundschau“, nach einem Prinzenpaar wie in Schweden, England oder Holland hätte stillen können. Und nun das, selbst die Kanzlerin hat ihn fallen gelassen wie ein heißes Ferkelchen, pardon, heiße Kartoffel. Aber er ist ja – wie gesagt – wohl bestallt. Leidet weder Hunger noch Kälte und kann sich nun Frau und Töchtern widmen, die er ja schon neben der Parlamentsarbeit und der Doktorarbeit zeitgleich bei nur 24 pro Tag verfügbaren Stunden unter einen Hut bekommen hat.

Aber – nun ´mal ehrlich – wer hat denn noch nie etwas „abgekupfert“? Wer hat noch nie einen „Spickzettel“ brennend wie eine Kohle in der Hosentasche bei der Klassenarbeit mitgeführt...aber Mitleid habe ich dafür in seinem Falle nicht. Er hat wohl unterschätzt, dass viele wie Trüffelschweine ganz tief graben um den roten, konservativen Apfel mit blitzblanken Bäckchen vom Baum fallen zu sehen. Keine Solidarität der Kolleginnen und Kollegen der politischen Führung, die halten die Füße still, vielleicht damit keiner bei Ihnen im Stall den Mist von unten nach oben kehrt. Es ist scheinbar typisch Deutsch, dass wir möglichst konturlose, unprätentiöse und schon gar nicht gutaussehende oder gut ankommenden Politikerinnen oder Politiker bevorzugen. Bloß nicht zulassen, dass es auch ´mal mediensichere und sympathische Frauen oder Männer als Volksvertreter geben könnte. Nein, das liegt der Bedenkenträger- und Neidgesellschaft unter dem Diktat der die Interessen der Öffentlichkeit angeblich wahrnehmenden Medien nicht. Nein, dass muss man zertreten. Eine ebenfalls von den Medien gescholtene und von der Öffentlichkeit danach wie eine „Sau durchs Dorf getriebene“ Persönlichkeit hat einmal gesagt, dass die Mittelmäßigkeit in unserem Lande nur ein Interesse habe, nämlich die Andersartigkeit auszurotten.

Aber wir sind ja – gottlob – nur an Informationen von kurzer Halbwertszeit interessiert. Solange DSDS (Deutschland sucht das Superschwein) oder nachmittägliche Gerichtssendungen oder „Pig Brother“ ungebrochene Zuschauerzahlen haben, wird auch kaum jemanden den Medienstar zu Guttenberg und seine blonde Stefanie vermissen...Euer EvP

...von Schulen, Lehrkörpern und ihren Opfern...

 ...also, ich weiß ja nicht, wie viele Ferkel der geneigte Leser und selbige Leserin schon großgezogen hat und ob sie auch alle den elterlichen Stall nach erfolgreichen Reifeprüfungen für ein Studium in zum Beispiel Schweinfurt oder Rüsselsheim verlassen haben, aber man wächst ja bekanntlich mit den Aufgaben und als Eltern wächst man mit den Schulerfahrungen der Kleinen quasi mit.

Sind Ihre Eltern dazumal - als Sie Pennäler waren - auch ständig in die Schule gebeten worden? Haben Sie Bittbriefe zu Veranstaltungen bekommen oder hat man Ihnen auch in einem schonungslosen Psychogramm die erzieherischen Defizite der Kinderstube coram publico offeriert? Nein?, na, dann sind Sie offensichtlich nicht auf der pädagogischen Zielgerade moderner Schulphilosophie. Verblüfft lese ich zum Beispiel die Einladung zu einem Sportfest der Schule meines Jüngsten, indem die Knirpse zu „Sponsorrunden“ auf der 400m-Laufbahn aufgefordert werden, die dann durch Eltern und andere solvente Interessenverbände finanziert würden, um neue Musikinstrumente für das Schulorchester zu kaufen.Was wäre denn, wenn man den Garten des Kanzleramts in Berlin umgraben dürfte, um vom Erlös der wohlfeilen Spatenstiche eine neue Flotte Dienstwagen für die Abgeordneten zu finanzieren? Guter Plan denken Sie? Merkantilismus als eine zu vermittelnde, Lebenstauglichkeit fördernde Grundkompetenz? Ich bin skeptisch....

So bekomme ich kürzlich einen netten Brief der Schulleitung mit besten Wünschen für ein gutes Neues Jahr. Nur, dass diese Freundlichkeiten am Ende einer langen Liste von Wünschen stand, mit deren Verwirklichung durch die spendierfreudigen Eltern man eine Samstagsveranstaltung zur Darstellung der Schule für kommende Schülergenerationen plane. Natürlich muss das wochenendliche Engagement der Lehrkörper zeitlich vergolten werden, so dass der darauffolgende Montag für die Ferkel schulfrei sei. Ist ja auch ein echtes Geschenk für berufstätige Eltern, die davon freudig überrascht werden.Dafür wird ja wenigstens an der Gesamtschulzeit gespart. G8 nennt man es, wenn man die zukünftigen Leistungsträger als intellektuelle Frühchen aus dem Brutkasten entlässt.Klar, man muss mit der Zeit gehen. Nur noch Hausaufgaben, danach draußen Spielen bis Sonnenuntergang, schnell in die Wanne und danach Daktari oder die Hitparade mit DieterThomas Speck bevor man im Stall verschwand sind längst passé.

Aber wir sind doch auch anständige Schweine und – pardon! – Menschen geworden? Eben Leistungsträger der Leistungsgesellschaft und nicht Aussteiger. Die gab es aber auch schon immer. Ich erinnere mich an diejenigen meines Abiturjahrgangs, die alle mit diesen bourgeoisen Leistungsdrücken nichts zu tun haben wollten, ja, die sind dann eben lieber Lehrer geworden...Euer EvP

...von Gammelfleisch, Dioxin und dem Schwein im Menschen...

...das Schwein im Menschen...oft zitiert und noch mehr missbraucht. Wer fragt eigentlich nach dem Menschen im Schwein? Gott sei Dank niemand, denn wir benötigen keinen demütigenden Vergleich. Der Mensch sei ja des Menschen Wolf, eben Lupus. Die Evolution hat uns nach dem Ende der Dinosaurier wechselhaft mitgespielt.

Mit Blick auf diese Zeiten ist es erstaunlich, dass wir heute hochhygienische und vollklimatisierte Fleischverarbeitungsmaschinerien kennen, jedoch ist es ebenso fatal, dass wir Schweine und die Menschen uns von sehr unterschiedlichen Postionen in diesen begegnen. Wir gehören der Klientel "Nutztier" an, mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten. Wer fragt eigentlich ob es "Nutzmenschen" gibt? Oh, diese Frage wurde gestellt, oft sogar, von Sklaverei bis "unwertem Leben" hat der Mensch seinesgleichen öfter auf diese Ebene begrenzt. Jetzt, zum Beginn des 21. Jahrhunderts, zu einer Zeit, da man Viehtransporte in Europa ökologisch überprüft und "artgerecht" konzipiert, hat sich das verhältnis Mensch-zu-Mensch doch kaum verändert...man führt gerechte und Heilige Kriege, kämpft erfolglos gegen Diktatur und Korruption, für Meinungs- und Medienfreiheit sogar in der EU und schaut kopfschüttelnd auf die "anderen", die alles so anders machen und es einfach nicht glauben wollen, dass man es hier doch so viel besser weiß und man deshalb für sie das Richtig und Falsch vorgibt.

...okay, aber dann gibt es auch bei uns...bei den Saubermännern...so kleine Schönheitsfehler wie Gammelfleischskandal und Dioxingiftmischerei. Es ist schon schlimm genug, dass die "armen Schweine" (mit oder ohne Federn) die eigenen, krepierten Artgenossen in Futtermehl anonym neutralisiert zum Fraß vorgeworfen bekommen, aber jetzt auch noch Gift? Kennt denn der Mensch keine Grenzen oder kommt er wieder durch, der "Nutzmensch", diesmal in der Rolle des Verbrauchers...ich glaube, dass sich die Zeiten und damit die Verhältnisse langfristig ändern werden. Die Evolution schreitet fort und wird auch vor dem Homo Sapiens Sapiens - oder Lupus - nicht halt machen. Erstaunlich, wie sehr die selbsternannte Krönung der Schöpfung diesen Prozess beschleunigt, darin ist er uns Schweinen stets eine Rüssellänge voraus, ob mit Anne Will oder ohne...Euer EvP