bärige Cucina

Fico...die Kaktusfeige

 

Die Kaktusfeige gilt als Delikatesse und wahrer Gaumenschmaus. Sie ist eine etwa 200 gr schwere Feigenfrucht und hat eine dicke warzenartige Schale mit aufgesetzten Stacheln. Die Früchte wachsen an dem bis zu 4 Meter großen Opuntienkaktus in dürren Tropen und Subtropen. Spanische Seefahrer brachten die Kaktusfeige im 16. Jahrhundert aus Mexiko und dem tropischen Mittelamerika nach Europa. Heute kommen sie aus Italien und Spanien in unseren Handel. 

 

Ihren Namen verdankt sie den stachligen Widerhaken, mit denen ihre Schale versehen ist und obwohl sie vor dem Verkauf im Handel abgebürstet wird, ist sie dennoch beim öffnen mit Vorsicht zu geniessen, denn schnell hat man kleine Stacheln in den Händen. Geschmacklich ist sie zwischen Birne und Melone einzuordnen. Das kleine freche Früchtchen hat im Inneren ähnlich einer Kiwi kleine schwarze Samen und wird wie diese ebenfalls der Länge nach aufgeschnitten und ausgelöffelt. 

 

Kaktusfeigen sind ausgesprochen reich an Vitamin C und Antioxidantien. Mit einem Wassergehalt von 86 % ist sie kalorienarm und senkt zudem den Cholesterinspiegel. Wir können sie von Juli bis November in weichem und reifem Zustand in den Supermärkten kaufen, zu Obstsalat verarbeiten oder als wunderbare Ergänzung zu pikanten Speisen einsetzen. Und nicht nur in Chutney oder Konfitüre ist sie das i -Tüpfelchen, aus der Needful Friends Werkstatt ist sie sogar das ganze Jahr über ein kleiner, richtig frecher und gar nicht stachliger Augenschmaus…

Apple

 

Der erste Apfelbaum wuchs, so sagt man, im Garten Eden. Eva verführte Adam, in den Apfel zu beißen…die Frucht vom Baum der Erkenntnis und somit machte der Sündenfall den Apfel ganz zu Unrecht zum Sinnbild der Verführung und brachte das Böse in die Welt. Dabei handelte es sich wahrscheinlich im Garten Eden um Granatäpfel oder Feigen. Erst spätere Deutungen des alten Testaments machten aus der Paradiesfrucht den Apfel. Verlockende Äpfel gibt es aber nicht nur in der Bibel. In vielen Kulturen besitzt er Symbolcharakter. Im griechischen Mythos war Dionysos der Schöpfer des Apfels. Er schenkte ihn der Liebesgöttin Aphrodite. Die Erdmutter Gaia schenkte Hera zur Hochzeit mit Zeus den goldenen Apfel. Die Göttin Idun bewachte die goldenen Äpfel, die ewige Jugend und Unsterblichkeit verliehen.  

 

Der Apfel wurde schon vor 12.000 Jahren in Asien kultiviert und hat sich als sehr wertvolles Nahrungsmittel etabliert gehört zur Gattung der Kernobstgewächse und umfasst um 55 Arten laubwerfender Bäume, die in Europa, Asien und Nordamerika beheimatet sind. Wir unterscheiden verschiedene Sorten Äpfel…Kulturapfel, Japanischen Apfel , Kirschapfel und den Granatapfel, den wir meistens im Winter gebacken geniessen. Rund 2000 Apfelsorten sind es wohl einmal gewesen, Heute werden davon noch ungefähr 1500 Sorten angebaut. In Europa sind die Sorten Pink Rose, Gala, Golden Delicious, Fuji, Red Delicious, Red Jonaprince, Rubens und Royal Gala überwiegend im Handel erhältlich. Noch vor 100 Jahren war der Apfel bei uns das wichtigste Obst überhaupt. Über 30 Vitamine und Spurenelemente, Kalium, Mineralstoffe, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen trägt ein Apfel unter seiner Schale. Dabei besteht er zu 85 Prozent aus Wasser, hat rund 60 Kalorien, reinigt zudem noch die Zähne und liefert schnelle Energie. 

 

So war schon damals der Apfel gerade im Winter ein wichtiger Vitamin- und Energielieferant. Sommeräpfel wurden direkt nach der Ernte gegessen oder für andere Speisen weiter verarbeitet und gehörte in jeden Bauerngarten. Äpfel sind das ganze Jahr über erhältlich und kommen, wenn bei uns die Erntezeit vorbei ist, aus Südeuropa, Asien oder Amerika. Der Apfel ist aber nicht nur ein gesundes Obst, er ist auch ein wertvolles Heilmittel. So ist er blutreinigend und wird bei zahlreichen Beschwerden wie Magen-Darm, Ekzeme, Arteriosklerose, Rheuma und Vitaminmangel eingesetzt. An apple a day keeps the doctor away…sagt eine bekannte Redensart. Der Apfel ist einfach unser Lieblingsobst und schon Schneewittchen konnte der saftigen Frucht nicht widerstehen. Bei unserer Apple hat die böse Stiefmutter allerdings keine Finger im Spiel und die kleine ist versprochen garantiert jede Sünde wert...

Pitahaya keine Angst vor fremden Früchten

 

Die Drachenfrucht ist ein Obst aus der Familie der Kakteengewächse. Sie stammt ursprünglich aus Mittelamerika wird aber mittlerweile fast ausschließlich in Nicaragua, China, Vietnam und Israel angebaut. Die Kakteenfrucht, auch Pitahaya genannt, ist oval und etwa 2-3 mal so groß wie eine Kiwi. Ihre Farbe ist in der Regel pink mit grünen fleischigen Blättern...das Fruchtfleisch ist grau-weiß und enthält kleine schwarze Kerne, die an Stracciatella Eis erinnern. Neben der Pinkfarbenen gibt es auch gelbe Sorten, die allerdings sehr selten im Handel erhältlich sind. 

 

Drachenfrüchte sind sehr druckempfindlich, was den Transport erheblich erschwert...die Früchte sind daher verhältnismäßig teuer. Das Fruchtfleisch schmeckt je nach Reifegrad mild-säuerlich bis süßlich und liegt geschmacklich zwischen der uns eher vertrauten Kiwi und der Stachelbeere. Das Kostbare Obst...in Italien frutta del drago genannt...wird per Luftfracht gekühlt importiert und muss frisch in den Handel kommen, da ihr Aroma bei Hitze verloren geht. Da die Pitahaya sehr farbenfroh ist und ungewöhnlich aussieht, eignet sie sich aufgeschnitten auch hervorragend zur Dekoration von Buffets...was in ihrer Heimat fast ausschließlich ihr Schicksal ist.

 

Dabei ist sie eine sehr gesunde Frucht, denn sie besteht zu 90% aus Wasser und ist reich an Eisen, Calcium und Phosphor. Selten wagen wir uns im Supermarkt an allzu exotische Angebote, da oft die Frage aufkommt, wie denn diese zubereitet und verzehrt werden. Drachenfrüchte können analog zur Kiwi aufgeschnitten und ausgelöffelt werden...bei reifen Früchten kann die Schale wie bei einer Orange auch abgezogen werden. Unsere Pitahaya eignet sich, wie in ihrer Heimat angewandt, eher zur Dekoration, was der Süße ihres Fruchtfleisches keinen Abbruch tut...also keine Angst vor fremden Früchten...

Orangina

 

Egal ob süß oder pikant, Orangen sind unglaublich vielfältig. Ob wir den Tag nun mit frisch gepresstem Orangensaft beginnen, sie zu Orangenmarmelade einkochen, Suppen oder Salate mit Orangen verfeinern...ihr süßes Fruchtfleisch lässt sich in unglaublich zahlreichen Varianten in der Küche einsetzen...Orangenmuffins, Dips und Soßen, Ente Orange. In pikanten Hauptspeisen macht sich die Orange besonders gut, denn hier bildet ihre Säure einen perfekten Kontrast zu Salz und Würze. Naturbelassene, unbehandelte Orangenschalen verwenden wir gern zum Aromatisieren vieler Speisen wie Kuchen...getrocknet finden wir sie häufig in Teemischungen oder als ganze Scheiben zu Dekorationszwecken...selbst  in der Parfumindustrie kommt die aromatische Frucht zum Einsatz.

 

Nördlich der Speyer Linie kennt man die Orange auch unter dem Namen Apfelsine. Diese Bezeichnung kommt aus dem niederländischen Appelsien, wörtlich Apfel aus China...Sina. Der immergrüne Orangenbaum...citrus sinensis...gehört zur Gattung der Zitruspflanzen und reiht sich in die Familie der Rautengewächse ein. Seine ursprüngliche Heimat ist Südostasien, wo der Orangenbaum aus einer Kreuzung aus Mandarinen und Pampelmusen entstanden ist. Während die Bitterorange schon im Mittelalter auf dem Landwege bis nach Europa gekommen war, haben die Portugiesen erst im 15. Jahrhundert nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien die uns heute bekannte süße Orange nach Europa gebracht. So berichtet Vasco da Gama im Jahre 1498, er sei in Mombasa auf süße Orangen gestossen...viel Bessere als jene in Portugal zu dieser Zeit.

 

In Europa werden die Vitamin C reichen Früchte von Oktober bis August aus der Gegend um Valencia geerntet. Die kalten Nächte geben den Früchten ihre orange bis rote Farbe...weshalb die Blutorangen gerade in der Winterzeit geerntet werden. Sind die Nächte frostig, so bleiben die Früchte grün, was ihrer Qualität keinen Abbruch tut und die Farbe an sich kein Reifemerkmal darstellt. Dennoch werden die grünen Früchte aus marktwirtschaftlichen Gründen entgrünt...das heisst auf unter 0 Grad abgekühlt, wobei die Früchte ihren grünen Stängel verlieren. Unsere Orangina hat noch keinen Frost gesehen und präsentiert sich erstaunlicherweise dennoch in kräftigem Orange. Die kleine Dame ist garantiert unbehandelt und kann das ganze Jahr über geerntet werden...

piccola banana

 

Das beliebte gelbe Obst mit dem Einwegreißverschluß ist ein kleines Kraftpaket  mit vielen Vitaminen und zählt zur Gattung der Beerenfrüchte. Die Banane kommt bei uns hauptsächlich aus Westindien, Mittel-, Südamerika und von den Kanaren. Fasst jeder von uns isst sie. Vielseitig und abwechslungsreich lässt sie sich in der Küche verwenden. Ob getrunken als Smoothie, oder im Sommer mit Eis als Bananensplit…Banane mit Schokolade, in herzhaftem Curry mit frischem Obst oder einfach als  kleiner Snack für unterwegs…die krumme gelbe Frucht gehört zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Die Bananepflanze ist zwischen drei und neun Meter…die größte Bananenpflanze der Welt bis zu 15 Meter hoch. Sie kann einen Umfang von bis zu zweieinhalb Metern erreichen, wobei der Stamm eigentlich keiner ist, sondern sich aus umeinander legende Blätter in der Wachstumsphase entwickelt. 

 

Alle sieben bis zehn Jahre wächst ein neues Blatt und bildet auf diese Art im Laufe der Zeit einen Scheinstamm. Ein Jahr lang wächst eine Banane auf der Plantage. Nach der Hälfte ihrer Wachstumsphase bekommt sie eine große Blüte, die nach unten hängt…aus den Fruchtknoten der Blüten entwickeln sich die eigentlichen Früchte. Diese wachsen zunächst nach unten, orientieren sich aber an der Sonne und wenden sich immer mehr dem Licht zu…deshalb ist die Banane krumm. Am Ende ihrer Reife steht die Ernte…die Mutterpflanze wird abgeschlagen und vom Wurzelstock bildet sich unter der Erde ein neuer Schössling, der den Nachwuchs sicherstellt.

 

Die Banane ist gesund und leicht verdaulich. Sie ist reich an Vitamin B6, Folsäure, Kalium und Magnesium und ist somit unter Sportlern sehr beliebt. Ausserdem macht die Banane glücklich, sie enthält Serotonin, Noradrenalin und Dopamin…Neurotransmitter, die im Mittelhirn unseren Schlaf-Wachrythmus und unsere Stimmungslage beeinflussen. Unsere piccola banana ist nur in bedingtem Maße genussfähig und steuert unser Glücksgefühl wohl nicht über das Mittelhirn sondern eher über den Sehnerv…die kleine Dame kann sich nach der Papst-Banane, die im Zuge einer kuriosen eBay Auktion für 1005 Euro versteigert wurde, vielleicht nicht als teuerste aber ganz sicher als charmanteste Banane der Welt  bezeichnen. Die Kleine ist  mit Schale 16 cm groß und wie alle Needful Friends mit viel Liebe in Sonderanfertigung entstanden….Glücksgefühle werden garantiert.

Patata

 

Wenn wir heute das ganze Jahr über Kartoffeln kaufen können, so verdanken wir das den Naturvölkern aus den Anden. Hoch in den Bergen wurden diese Feldfrüchte bereits im 8. Jahrhundert v.Chr. in großer Sortenvielfalt angebaut. Wo Mais nicht mehr gedeihen konnte, lieferte die Kartoffel in Höhenlagen von 3000-4000 Metern immer noch beachtliche Erträge. Papas...Knollen...nannten die Inkas ihre Kartoffeln, von denen auch die ersten Erdäpfel abstammten, die im 16. Jahrhundert von Südamerika auf dem Seeweg nach Europa gelangten. Auf ihrem Weg bekamen sie wahrscheinlich in Italien von Trüffeln abgeleitet den Beinamen Tartufoli, woraus dann in Deutschland die Tartuffeln und schließlich die Kartoffeln wurden. Die Urkartoffel hatte allerdings nicht ansatzweise etwas von dem Geschmack, den wir heute kennen und wurde in Europa zunächst wegen ihrer schönen bläulich-lilafarbenen Blüten als Zierpflanze in adligen Gärten bestaunt und gehalten und zierte so manch reich gedeckte Tafel zu prunkvollen Adelsfesten. In den frühen Morgenstunden erfreute man sich an ihrem zarten Vanilleduft, die Knollen warf man dann den Schweinen zum Fraß vor, was der Kartoffel den bösen Namen Schweinebrot einbrachte. 

 

Im Jahre 1756 zwang Friedrich der Große die Bauern per Kartoffelbefehl zum Anbau der Pflanze. Um die relativ geschmacklose Knolle interessanter und beliebter zu machen, ließ er die Kartoffelfelder bewachen, ließ aber gleichzeitig den Diebstahl der Knollen zu und nachdem sie mehr oder weniger freiwillig akzeptiert wurde, begann im ganzen Land der Anbau der genügsamen Pflanze. Hundert Jahre später gab es dann schon über 2000 verschiedene Kartoffelsorten. Inzwischen gibt es weltweit etwa 4000 verschiedene Sorten, die als Speise- oder Stärkekartoffeln angebaut werden. Heute ist die Erdfrucht vom Polarkreis bis zur Sahara bekannt. Überall auf der Welt macht sie Millionen Menschen satt und ist neben Grundnahrungsmittel nicht nur Rohstoff für Fertigprodukte wie Chips, Pommes Frites, Kartoffelklöße sondern auch Stärkelieferant für viele Industrieprodukte. Auf dem Markt finden wir etwa 40 Kartoffelsorten, die als reine Speisekartoffel in den Handel kommen und nach Kocheigenschaft in drei Gruppen eingeteilt werden, um für die jeweiligen Speisen die richtige Knolle zu finden.

 

Ob Salz- oder Süßkartoffeln, Kartoffelauflauf, Bratkartoffeln, Gratin oder Ofenkartoffeln, in Suppen oder Salaten, das Besondere an der Kartoffel ist ihre Vielfältigkeit, dabei ist sie an sich eigentlich wenig besonders...aber ihre Einsetzbarkeit macht die kleine Knolle ganz groß. Johann Wolfgang von Goethe sagte über die Kartoffel: "Morgens rund, mittags gestampft, Abends in Scheiben...dabei soll`s bleiben...es ist gesund". Der Ernährungsmythos Kartoffeln machen dick ist hartnäckig und grundfalsch. Goethe hatte recht...sie machen satt und sind in erster Linie gesund, enthalten viel Kalium, Vitamine und Eiweiß. Die Deutschen lieben Kartoffelsuppe und Andrea Merkel äußerte im Rahmen eines Live-Talks zu der Frage nach ihrem Lieblingsgericht: Ich kann gut Kartoffelsuppe...und während die meisten Mütter in Großbritannien ihren Kindern als erste feste Nahrung einen Toast in die Hand drücken, wird das Kleinkind in Deutschland mit zerdrückter Kartoffel gefüttert. Unsere kleine Patata kann sicher nicht zerdrückt genossen werden, ist aber dennoch für Jung und Alt ein ganz besonderer Begleiter durch den Tag...wie Goethe schon feststellte: Morgens, mittags und abends...dabei soll`s bleiben...

Pomodoro

 

Man sagt...das Beste, was die italienische Küche zu bieten hat ist Pizza aus Neapel, Pasta aus Gragnano, Mozzarella di Bufala und Tomaten aus Piennolo. Die Tomate ist das wohl mit Abstand wichtigste Gemüse der italienischen Küche. Von Pizza über diverse Pastasoßen, Vorspeisen und Caprese bis hin zu Salaten...überall findet man den flüssigkeitsreichen Vitamin A Spender. Tomaten schmecken fruchtig und frisch und lassen sich auf sehr viele verschiedene Arten zubereiten. Obwohl die Tomate aus 95% Wasser besteht, ist sie ein überaus wertvolles Gemüse, das reich an Mineralstoffen und Vitaminen ist. Die Tomate ist in Italien seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bekannt, bis ins 17. Jahrhundert wurden sie vor allem als Zierpflanze genutzt. 

 

Ein englisches Buch erwähnt 1719, dass Tomaten in Italien gegessen werden. Ende des 18. Jahrhunderts wird die Verwendung von Tomaten in der Küche als alltäglich bezeichnet. Lange war die Tomate als Liebesapfel oder Goldapfel...pomodoro...bekannt. Umgangssprachlich wird die als Gemüse verwendete rote Frucht, die eine Beere ist, seit dem 19. Jahrhundert als Tomate bezeichnet. Die gängigsten und bekanntesten Tomaten sind die roten, der Handel bietet inzwischen auch andersfarbige Tomaten wie gelbe, orangefarbene, schwarze und grüne Tomaten an, welche jedoch nicht mit den unreifen roten Tomaten verwechselt werden sollten. Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und besitzen in unreifem Zustand noch einen gewissen Gehalt an Solanin, eine schwach giftige chemische Verbindung...daher sollte stets der grün bleibende Strunk entfernt werden, da in diesem der Giftstoff ebenfalls enthalten ist. 

 

Tomaten finden wir im Handel in verschiedenen Formen und Größen von kleinen Kirschtomaten bis hin zu großen Fleischtomaten...am ehesten bekannt ist die runde Tomatenform mit einem Durchmesser von rund 5 bis 9 cm. Oft bezeichnen wir im alltäglichen Sprachgebrauch einen Menschen als treulose Tomate...eine Bezeichnung für einen wortbrüchigen oder unzuverlässigen Menschen. Hintergrund für diese Redewendung ist der erste Weltkrieg, in dem Italien sich zunächst mit Deutschland verbündete, um dann später wortbrüchig sich der Gegenpartei zuzuwenden und sich aus allen kriegerischen Auseinandersetzungen heraushielt. Unser kleiner Pomodoro hingegen ist wie alle Needful Friends ein ausgesprochen treuer Begleiter und ganz besonderer bäriger Zuwachs in unserer Cucina Reihe...

 

la piccola calce verde

 

Limetten stammen aus dem fernen Malaysia und gehören zu den edelsten aller Zitrusfrüchte...sie sind grün bis gelblich und kleiner als Zitronen. Ihr Duft ist so fein und appetitanregend, dass das Aroma einer Zitrone dagegen geradezu banal wirkt. Weltberühmt wurde die Limette als Fruchtbasis eines brasilianischen Cocktails...wir alle kennen den Caipirinha, für dessen Zubereitung Limettenspalten mit Zucker zerdrückt und mit weißem Rum und gecrashtem Eis aufgegossen werden...aber auch andere populäre Cocktails wie Mojito, Daiquiri, Margarita, Cuba Libre oder Cosmopolitan werden mit Limetten zubereitet. Limetten sind recht bitter, weshalb sie nicht direkt gegessen werden, aber ihr Saft verleiht süßen und würzigen Speisen einen leichten und sehr erfrischenden Geschmack. Auch Limettenschalen werden zu gebackenen Speisen gern verwendet, da sie ein intensiveres Aroma als Zitronen haben.

 

In der mexikanischen, arabischen und asiatischen Küche werden Limetten schon sehr lange eingesetzt. In Europa kam die Limette in der Küche sehr spät...Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts zum Einsatz. In Amerika wird aus der Limette unter anderem Sirup und Lime Juice hergestellt. Da Limetten die frischesten aller Zitrusfrüchte sind, werden aus ihnen viele ätherische Öle hergestellt. Limettenöl verleiht als Raumduft ein frisches, spritziges Ambiente und hat eine ausgesprochen belebende Wirkung. Die grünen Früchte aus den Tropen sind wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts und dem Aromastoff Limonen für unsere Gesundheit von Bedeutung...Vitamin C stärkt unsere Abwehrkräfte und schützt Haut und Schleimhäute vor Kälte und Austrocknung und hilft beim Entgiften von Leber und Dünndarm.

 

Nachdem im 18. Jahrhundert erkannt worden war, dass Vitamin C Skorbut verhindern und auch  heilen kann, wurde vor allem Zitronensaft erfolgreich eingesetzt, denn die größte Angst hatten die Seeleute nicht vor Piraten und Krieg, sondern vielmehr vor dieser seltsamen Krankheit, die ihre Zähne faulen ließ und ihnen so ihre Kraft und letztendlich ihr Leben nahm. Als man in der britischen Seefahrt auf Limetten und Limettensaft umstellte, brach die Krankheit erneut aus, da Limetten deutlich weniger Vitamin C enthalten als Zitronen. Heute ist die Limette aus der Küche kaum noch wegzudenken. Ihre saure Note weiß man mittlerweile geschickt einzusetzen...Limetteneis, Limettensorbet und viele andere leckere Desserts sind gerade in der Sommerzeit erfrischend und stets willkommen...entgegen der essbaren Limette, für die es immer Zucker braucht, hat unsere piccola calce verde eine ganz natürliche Süße, die keiner weiteren Verfeinerung bedarf...sie ist 11 cm groß und kommt mit gefilzter Limettenhülle ins neue Heim.

 

Ravanello

 

Das Radieschen ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse...man kann sich kaum eine deftige Brotzeit vorstellen, ohne das Radieschen...genauso ist sie aber auch eine optimale Salatzutat, denn ihr scharf-bitterer Geschmack ergänzt sich wunderbar mit süßen und auch herben Speisen. Eine kalte Radieschensuppe auf Kefirbasis ist im Sommer herrlich erfrischend und zu jungen Pellkartoffeln sind gehackte Radieschen mit Schnittlauch und Magerquark ein echtes Geschmackserlebnis. Die roten Knollen mit dem weißen saftigen Fleisch enthalten reichlich Vitamin C, Magnesium und Eisen sowie Senföle, die antibakteriell wirken und uns vor sommertypischen Infektionen schützen...mit 94 % Wasseranteil haben sie nur 14 Kalorien pro 100 Gramm und fördern mit ihren Ballaststoffen zusätzlich die Sättigung. 

 

So unterstützen sie ideal Diäten und werden in der Heilkunde bei vielen Leiden wie Gallensteinen, rheumatischen Erkrankungen und Leberleiden eingesetzt. Radieschen sollten frisch verzehrt werden, bevor sie anfangen zu welken, denn nur frisch schmecken sie so richtig lecker. Im Gemüsefach halten sie sich in feuchte Tücher eingeschlagen gut 2-3 Tage...leicht schrumpelige Radieschen werden wieder knackig, wenn man sie kurz in kaltes Wasser legt, bevor man die Wurzel und das Grün entfernt. Um das Radieschen gibt es zahlreiche kunstvolle Schnitttechniken und so bietet sie sich als köstliche Dekoration zu Fingerfood ideal an. 

 

Die bekannteste Schnittform ist das Schneiden in Zick-Zack Form...im Land des Lächelns haben sich Zen und Kochen zu einer ganz eigenen Kunstform vereint...in dem Kunstband von Edward Espe Brown „Das Lächeln der Radieschen“ können diese kleinen roten Knollen als Japanische Kunstwerke bewundert werden. Restaurants wurden schon nach dem Radieschen benannt und selbst in der Malerei ist sie ein beliebtes Motiv-Modell. Sogar im Politkabarett hat sie sich aufgrund ihres pfiffigen Bisses einen Namen gemacht...in der Needful Friends Bärenwerkstatt wurde sie einmal ganz neu umgesetzt und ergänzt mit ihrer süßen Würze wunderbar unsere neue bärige Cucina...als wahre Rarität kommt auch unser Ravanello frisch und knackig auf den Tisch unserer Kunden.

Neve Piselli

 

Die Zuckerschote, Kaiserschote oder Zuckererbse...in Italien kennt man sie unter dem Namen "neve piselli", die Schweizer nennen das grüne Gemüse "Kefe", die Engländer haben sich für ein schlichtes „pea pod“ entschieden und in Frankreich nennt man sie „Pois mange-tout“...zählt als Schmetterlingsblütler zur Familie der Hülsenfrüchte. Man kann sich in der Frühlingszeit kein Wok-Gericht ohne sie vorstellen. Mit ihrer herrlichen Süße ist sie ein absolutes muss in der leichten Frühlingsküche. Die Zuckerschote wird besonders früh geerntet, noch bevor sie die sonst vorhandene ungenießbare Pergamentschicht an der Innenseite der Hülse entwickelt. Sie wird als ganze Hülsenfrucht gegessen und unterscheidet sich so von der herkömmlichen Erbse. 

 

Die kleine köstliche Schote kann sogar roh verspeist werden und eignet sich nicht nur als köstliche Beilage sondern auch hervorragend als knackige Salatzugabe. Zuckerschoten kannte man als wahre Delikatesse schon zur Zeit Ludwig XIV. Der französische König war ein leidenschaftlicher Erbsen-Esser und während getrocknete Erbsen bereist als Volksnahrung galten, waren die süßen Frischen zunächst allein dem Adel vorbehalten. Zuckerschoten werden im Frühjahr zeitgleich mit Spargel und jungen Möhren etwa 2 Monate lang in drei verschiedenen Qualitäten im Handel angeboten...sie haben somit eine recht kurze Saison, weshalb sie nicht gerade billlig in den Handel kommen. Vielmehr ist sie die teuerste jedoch auch wohlschmeckendste Erbsenart, die allerdings nur frisch geerntet wirklich lecker ist. 

 

Höchstens 2 Tage gekühlt gelagert, hat sie einen hohen Vitamin B und C Gehalt und enthält viel Phosphor, Magnesium und Eisen. Zuckerschoten sollten keinesfalls gekocht werden, das macht sie matschig und verdirbt den knackigen Genuss vollkommen...besser dünstet man sie ganz leicht mit etwas Salz und zerkleinertem Kerbel in Butter, nachdem der Stielansatz und die Spitze der Schoten abgeschnitten wurden. So ist sie eine einfach köstliche Beilage zu beinahe allen denkbaren Gerichten. Unsere kleine frühe Erbse ist zwar nicht zum Verzehr geeignet...dennoch nicht minder knackig und hält sie sich gegenüber ihrer Hülsenfamilie das ganze Jahr frisch. Wie die Zuckerschote hat auch unsere neve piselli eine ganz kurze Saison und ist ganz sicher auch für Lieberhaber eine wahre Delikatesse.

AGLIO

 

Knoblauch...berühmt für seinen Geschmack und berüchtigt für seinen Geruch...in italienischen Küchen kaum wegzudenken, gehört zur Gattung der Lauchgewächse und stammt vermutlich aus Zentralasien...allein der Duft von frisch angebratenem Knoblauch erinnert schon direkt an den letzten Toskanaurlaub. Knoblauch ist eines der ältesten Kulturpflanzen überhaupt und ein wahres Kraftpaket. Er versorgt uns mit vielen wichtigen Vitaminen und Mineralien und wird seit Jahrhunderten für kulinarische und medizinische Zwecke verwendet...so wurde Knoblauch im antiken Griechenland als quasi Dopingmittel zur Olympiade oder auch beim Bau der Pyramiden zur Stärkung der Bauarbeiter eingesetzt. Knoblauch ist ein Antioxidans, wird präventiv zur Krebsvorbeugung eingesetzt und schützt uns vor vielen Krankheiten und vorzeitigem Altern...ja sogar vor Bosheit, bösem Zauber und Vampiren.

 

Nicht nur in der italienischen, spanischen oder griechischen Küche...weltweit gehört Knoblauch mittlerweile zu den wichtigsten Gewürzen. Man unterscheidet den milden, weißen, saftigen, meist preisgünstigsten Jungknoblauch von dem mit violetter Haut, der am verbreitetsten, scharf im Geschmack und lange haltbar ist und schließlich die dritte und teuerste Sorte, den rosaroten Knoblauch. Je länger Knoblauch lagert, desto strenger wird sein Geschmack. Gepresst entfaltet er sein intensivstes Aroma und dennoch findet man in südländischen Küchen selten eine Knoblauchpresse, denn durch das Pressen oxidieren die freigesetzten Öle und beeinträchtigen den Geschmack des Gerichtes. Profiköche geben einen Teelöffel Zitronensaft mit einer Prise Salz auf ein Brett und zerdrücken die Knoblauchzehen mit den Zinken einer Gabel oder mit dem Messerrücken...

 

Leider hat bekanntlich alles immer zwei Seiten...oft wird der Knoblauchgeruch als belästigend und unangenehm empfunden, weil die ätherischen Öle den Geruch von Haut und Atem beeinflusst...hier werden häufig  Kaffeebohnen, Milch oder Gewürznelken als Gegenmittel empfohlen...entfernt man jedoch den Keim im Inneren der Knoblauchzehe, so mindert das die Intensität des Knoblauchgeschmacks und die Geruchsbelästigung wird nach dem Essen als weniger intensiv empfunden. Durch das kurze Aufbrühen in Wasser, kann die Schärfe ebenfalls geringfügig gemindert werden. Kenner sind sich jedoch einig...was braucht man mehr zum Glücklichsein als eine Pfanne voll Pasta, frischer Tomaten, Meeresfrüchten und Knoblauch...dazu eine Karaffe wunderbar gekühlten Weißwein und eine Schale mit geröstetem Ciabatta...und mit dieser Meinung schliessen sie sich den Needful Friends und ihren Liebhabern und Sammlern an...auch mit dieser wunderbaren Knoblauchknolle...unserem kleinen Aglio...braucht man nicht mehr, um glücklich zu sein…auch wenn er zum Verzehr nicht geeignet ist...